physische Disc

Physische Spiele in den USA: Erster Umsatzanstieg seit 2018 – aber nicht bei Sony

Neue Daten des Marktforschers Circana sorgen aktuell für Verwirrung: Die US-Gesamtausgaben für physische Videospiele sind im Zeitraum der zwölf Monate bis Mai 2026 um 3 Prozent gestiegen – von rund 1,55 auf 1,6 Milliarden US-Dollar. Es ist der erste Anstieg seit 2018, nachdem der physische Markt seit seinem Allzeithoch von 11,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2011 nahezu ununterbrochen geschrumpft war. Die Zahl stammt von Circana-Analyst Mat Piscatella und bezieht sich auf den gesamten US-Markt – nicht auf ein einzelnes Unternehmen.

Wichtige Einordnung: In sozialen Netzwerken kursiert die Zahl teils verkürzt als angeblicher Beleg dafür, dass auch Sony wieder mehr physische Spiele verkaufe. Das lässt sich anhand der verfügbaren Daten nicht belegen – im Gegenteil. Sonys eigene Finanzberichte für das Geschäftsjahr 2025 zeichnen ein anderes Bild: Physische Software machte im vierten Quartal nur noch 15 Prozent der PS5- und PS4-Softwareverkäufe aus, digitale Käufe erreichten mit 85 Prozent einen Rekordwert – ein Anstieg gegenüber 80 Prozent im Vorjahresquartal. Über das gesamte Geschäftsjahr gerechnet lag die digitale Quote bei 78 Prozent, ebenfalls ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr.

Was bedeutet das konkret? Der Markt-weite Anstieg um 3 Prozent dürfte in erster Linie auf einzelne umsatzstarke physische Blockbuster-Releases im Betrachtungszeitraum zurückgehen, nicht auf eine grundsätzliche Trendwende. Piscatella selbst warnt ausdrücklich davor, den Anstieg überzubewerten: Die überwältigende Mehrheit der Verkäufe bleibe digital. Auch aktuellere Circana-Zahlen aus dem Juli 2026 zeigen, dass 2026 bislang nur sieben PS5-Titel mehr als 100.000 physische Einheiten verkauft haben – ein Wert, der eher für eine Fortsetzung des langfristigen Abwärtstrends spricht als für eine Erholung.

Der leichte Gesamtmarkt-Anstieg ändert damit nichts an Sonys eigener Strategie: Der Konzern hatte bereits angekündigt, ab Januar 2028 keine Disc-Versionen neuer PlayStation-Spiele mehr produzieren zu lassen. Auch der US-Konsolenmarkt insgesamt verzeichnete zuletzt die niedrigsten Verkaufszahlen seit 30 Jahren, was den grundsätzlichen Strukturwandel der Branche zusätzlich unterstreicht.

Kurz gesagt: Der 3-Prozent-Anstieg ist eine reale, aber isolierte Marktbeobachtung für die gesamte US-Branche – kein Beleg für eine Trendwende bei Sony oder PlayStation im Speziellen.

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