GTA VI

GTA 6 hieß einst Project Americas: Bloomberg blickt zurück

Gut einen Monat vor dem Release von Grand Theft Auto 6 gewährt Rockstar Games einen ungewöhnlich offenen Blick hinter die Kulissen. Bloomberg-Reporter Jason Schreier durfte das Studio Rockstar North im schottischen Edinburgh besuchen, das Spiel sehen und mit mehreren Führungskräften sprechen. Sein ausführlicher Bericht zeichnet nach, wie aus einem ursprünglich noch größer geplanten Projekt das Spiel wurde, das am 19. November für PlayStation 5 und Xbox Series X|S erscheint. Alle Infos zu Release, Preis und Editionen haben wir in unserer GTA-6-Übersicht gesammelt.

Die Arbeit an GTA 6 begann demnach bereits 2015 mit einer ersten Recherchereise nach Miami. Intern lief das Projekt zunächst unter dem Namen „Project Americas“ und sollte große Teile Nord- und Südamerikas abdecken. Später schrumpfte der Umfang auf Vice City und den fiktiven Bundesstaat Leonida. Richtig Fahrt nahm die Entwicklung erst nach dem Release von Red Dead Redemption 2 im Jahr 2018 auf, für dessen Fertigstellung Rockstar viele Entwickler und Führungskräfte abgezogen hatte. Seitdem konzentriert das Unternehmen seine Ressourcen weitgehend auf ein großes Projekt.

Dafür musste Rockstar kräftig wachsen. Zum Start von Red Dead Redemption 2 beschäftigte das Unternehmen laut Bloomberg 2.441 Menschen, im August 2026 waren es 4.711 in zwölf Studios weltweit. Weil Personal für die Gestaltung und Animation der vielen Passanten fehlte, gründete Rockstar sogar ein zusätzliches Team in Los Angeles, das sich nur um NPCs kümmert. Technikchef Phil Hooker beschreibt die Open World als so lebendig, dass er bei einem Testlauf nach einem Verkehrsunfall, einer Schlägerei, einem Raubüberfall und einer Verfolgungsjagd auch nach zwei Stunden die eigentliche Mission noch nicht erreicht hatte.

Auch zum Budget äußert sich Rockstar, wenn auch nur indirekt. Publishing-Chefin Jennifer Kolbe wies das verbreitete Gerücht zurück, die Kosten lägen bei über 1,5 Milliarden US-Dollar. Eine eigene Zahl nennt das Unternehmen nicht. Die beiden Verschiebungen von 2025 auf Mai 2026 und schließlich auf November begründet der Bericht mit Problemen, die vielen Systeme rechtzeitig zusammenzuführen.

Ausgespart werden die Schattenseiten nicht. Schreier thematisiert den Leak von 2022, nach dem Dutzende Videos einer frühen Version im Netz landeten, sowie die Rückkehr zur Fünf-Tage-Woche im Büro aus Sicherheitsgründen. Hinzu kommt die Entlassung von mehr als 30 Mitarbeitern, von denen viele an der Gründung einer Gewerkschaft beteiligt waren. Rockstar wirft ihnen vor, vertrauliche Informationen weitergegeben zu haben, ein Arbeitsgericht in Glasgow soll in Kürze entscheiden.

Für die Zukunft gibt sich Rockstar optimistisch: Engine, Werkzeuge und Abläufe aus GTA 6 sollen künftige Spiele deutlich beschleunigen. Das nächste große Projekt soll nicht erneut acht Jahre dauern. Was zuletzt zu GTA 6 und der Switch 2 bekannt wurde, lest ihr in unserer Meldung zu Nintendo und Take-Two.

Quelle: Bloomberg

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.