Gronkh

Gronkh: Vom Minecraft-Let's-Player zum Chef der Range Group

Kaum ein Name steht in Deutschland so sehr für Let's Plays wie Gronkh. Mit einer Minecraft-Reihe von über 1.200 Folgen wurde Erik Range Anfang der 2010er-Jahre zum bekanntesten Let's Player des Landes, zeitweise betrieb er den meistabonnierten YouTube-Kanal Deutschlands. Heute ist er mehr als ein Webvideo-Star: Synchronsprecher in Hollywood-Filmen, Mitgründer des größten deutschen Charity-Streams und Chef einer Kölner Unternehmensgruppe mit mehr als 45 Beschäftigten. Dieser Artikel zeichnet den Weg von Gronkh nach, vom Webdesigner aus Braunschweig bis zur Range Group.

Wer ist Gronkh?

Gronkh heißt bürgerlich Erik Range und wurde am 10. April 1977 in Braunschweig geboren. Er ist Webvideoproduzent, Livestreamer, Synchronsprecher und Unternehmer. Bekannt wurde er durch Let's Plays auf YouTube, also Videos, in denen er Computerspiele spielt und dabei live kommentiert. Was dieses Format ausmacht, erklären wir im Artikel zum Let's Play.

Auf YouTube, Twitch, Instagram und weiteren Plattformen folgen Gronkh laut GamesWirtschaft inzwischen mehr als zehn Millionen Menschen. Allein sein Hauptkanal auf YouTube hat über fünf Millionen Abonnenten und mehr als 18.000 Videos. Damit gehört er bis heute zu den größten Content Creatorn im deutschsprachigen Raum.

Die Anfänge: Webdesigner, Publisher, Spieleportal

Bevor Range sein erstes Let's Play hochlud, hatte er bereits eine lange Laufbahn im Netz hinter sich. Nach Realschule, Fachabitur und einer Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung gründete er 1996 die Internetagentur Range-IT für Webdesign und Programmierung.

Im Jahr 2000 baute er mit anderen den kleinen Publisher MDO Games auf, der unter anderem das Online-Rollenspiel Meridian 59 auf Deutsch veröffentlichte. Dort lernte er als Spieleentwickler mit dem Spitznamen Gronkh auch Valentin Rahmel kennen, der später als Sarazar sein wichtigster Partner werden sollte. Die beiden engagierten sich danach gemeinsam beim Portal mmorpg-planet.de, aus dem 2009 die PlayMassive GmbH hervorging. PlayMassive betrieb unter anderem das Spieleportal Playnation.de mit News, Tests und Trailern. Gronkh war damit zuerst Spielejournalist und Unternehmer, bevor er Let's Player wurde.

2010: Der Start auf YouTube und die Minecraft-Ära

Am 1. April 2010 begann Gronkh, regelmäßig Let's Plays auf YouTube zu veröffentlichen, damals täglich. Den Durchbruch brachte ein Spiel, das zu dieser Zeit selbst noch ein Geheimtipp war: Minecraft. Zwischen 2010 und 2014 erschienen 1.278 Folgen seines Minecraft-Let's-Plays mit einer Gesamtlänge von mehr als 21.000 Minuten. Wie Minecraft selbst vom Indie-Projekt zum Welterfolg wurde, beschreibt unser Artikel zur Geschichte von Minecraft.

Die Reihe machte Gronkh zum Gesicht einer ganzen Generation von Let's Playern. 2013 erhielt er den Goldenen Play-Button für mehr als eine Million Abonnenten. Ab Juli 2014 war sein Kanal der meistabonnierte in Deutschland, ein Platz, den er bis Mai 2016 hielt. Die 1.000. Folge, in der er den Enderdrachen besiegte, wurde 2014 mit dem Deutschen Webvideopreis ausgezeichnet. Ab 2015 verlagerte Gronkh Retro- und Rollenspiel-Let's-Plays auf eigene Kanäle wie GronkhRetro und GronkhRPGs.

Gronkh und Sarazar: Ein Duo prägt die Szene

Gemeinsam mit Sarazar startete Gronkh 2011 den Kanal Superhomies mit Reisedokumentationen, bekannt wurden vor allem die „Let's Eats“, in denen die beiden landestypische Snacks probierten. Von 2012 bis 2014 moderierten sie die wöchentliche Webshow „Let's Play Together“ auf MyVideo, mit Spiele-News, Gästen und einer XXL-Ausgabe vor 4.000 Zuschauern auf der Gamescom 2013. Im selben Jahr waren beide zu Gast bei TV total, der gemeinsame Song „Elektrotitte (5.000 Volt)“ stieg auf Platz 17 der deutschen Singlecharts ein.

2014 nahm das Computerspielemuseum Berlin Gronkh und Sarazar als bekannteste deutsche Let's Player in seine Hall of Fame auf. Im selben Jahr gründeten sie zusammen mit Manuel „SgtRumpel“ Schmitt die looterkings GmbH, die das Dungeon-Spiel Looterkings entwickelte. Das Spiel kam 2016 in den Early Access, wurde aber nie fertig, die Firma wurde 2021 liquidiert.

Vom YouTuber zum Streamer

Nach dem Ende von „Let's Play Together“ verlagerte Gronkh einen Teil seiner Arbeit auf Twitch. Ab 2014 streamte er regelmäßig montags und freitags, spielte live, beantwortete Fragen und empfing Gäste. Seit 2018 ist der Freitag sein fester Streamtag, später kam der Sonntag dazu, an dem er vor allem auf Videos reagiert. Bei den Gamescom Awards 2020 wurde er als „Best Streamer“ ausgezeichnet.

Bekannt sind auch seine Gruppenprojekte. Mit Pandorya, Tobinator und HerrCurrywurst spielte er ab 2016 zunächst Dead by Daylight, danach den Garry's-Mod-Modus „Trouble in Terrorist Town“ und schließlich das Multiplayer-Projekt „Howaizen Squad“ mit 347 Folgen, das 2019 endete. Seit 2021 läuft auf Twitch mit H.O.R.D.E. eine eigene Pen-and-Paper-Runde mit befreundeten Creatorn.

Die Rundfunklizenz: Ein Streamer als Fernsehsender

2017 machte Gronkh Schlagzeilen, die weit über die Gaming-Szene hinausgingen. Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen forderte ihn auf, für seinen Twitch-Kanal eine Rundfunklizenz zu beantragen, weil sie regelmäßige Livestreams mit vielen Zuschauern als Rundfunk einstufte. Gronkh hielt das selbst für unpassend, beantragte die Lizenz aber und erhielt sie Anfang 2018. Als Grund nannte er die Kosten eines möglichen Gerichtsverfahrens. Der Fall löste eine breite Debatte darüber aus, ob die Regeln für klassisches Fernsehen noch zu Livestreams im Netz passen.

Friendly Fire: Der größte Charity-Stream Deutschlands

Am 12. Dezember 2015 veranstaltete Gronkh mit befreundeten Webvideoproduzenten den ersten Friendly-Fire-Stream, einen zwölfstündigen Wohltätigkeits-Livestream auf Twitch. Die erste Ausgabe sammelte rund 123.000 Euro. Seitdem findet der Stream jedes Jahr Anfang Dezember statt, mit festen Teilnehmern wie Pandorya und dem Team von PietSmiet. Gespielt werden vor allem Party- und Videospiele, dazu kommen Aktionen wie Haare färben oder Gesichter schminken.

Die Summen wuchsen schnell: Friendly Fire 5 sammelte 2019 bereits rund 1,19 Millionen Euro, Friendly Fire 6 im Jahr darauf mehr als 1,65 Millionen. Bis Dezember 2025 kamen über alle Ausgaben insgesamt rund 14,26 Millionen Euro zusammen. Friendly Fire 12 ist für den 5. Dezember 2026 angekündigt. Auch Hardware-Hersteller unterstützen das Format als Partner, wie wir zur neunten Ausgabe berichtet haben.

Gronkh als Synchronsprecher

Parallel baute Range eine zweite Karriere als Sprecher auf. In Adventures von Daedalic wie Chaos auf Deponia und The Night of the Rabbit lieh er Nebenfiguren seine Stimme, in The Witcher 3 sprach er einen Troll, in Just Cause 3 den Polizeichef Heat. Später folgten größere Rollen in Videospielen wie Watch Dogs: Legion, Cyberpunk 2077, Life Is Strange: True Colors und ELEX 2 des Gothic-Studios Piranha Bytes.

Auch im Kino ist er zu hören, unter anderem als Wilson Fisk alias Kingpin in Spider-Man: A New Universe (2018), als Steeler in Monster Hunter (2020) und als Kanzler Norixius in Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben (2023). Für Ein Minecraft Film (2025) war er zunächst als Erzähler angekündigt, im fertigen Film spricht er einen Reporter.

Die Range Group: Vom Let's Player zum Mittelständler

Den Schritt vom Einzelkämpfer zum Unternehmer ging Gronkh in mehreren Etappen. 2018 zog er sich aus der Geschäftsführung von PlayMassive zurück und gründete in Köln die Gods of Gaming GmbH, bei der auch Pandorya und Tobinator vertreten waren. 2021 schloss er sich zusätzlich der neu gegründeten Agentur 1UP Management an.

Heute bündelt er seine Aktivitäten unter dem Dach der Range Group mit Sitz in Köln und dem Motto „Where Nerds Collide“. Laut GamesWirtschaft beschäftigt die Gruppe im Oktober 2026 mehr als 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und besteht aus mehreren Firmen:

  • GRNK entwickelt und vertreibt Merchandise für Creator, Marken und Events, etwa für den Rapper Filow und erstmals für Friendly Fire 12.
  • 1UP Management gehört zu den größten Influencer-Marketing-Agenturen im deutschsprachigen Raum und betreut neben Gronkh unter anderem Kurzgesagt, Zarbex, Zombey, HollyLP, Pandorya und Lisa Grimm.
  • GROW schneidet und produziert Inhalte aus den Streams und Videos von Gronkh und Pandorya.
  • Range Holding bündelt Verwaltung, Finanzen und Recht.
  • Range Ventures koordiniert Beteiligungen und Investitionen in Start-ups.

Range selbst ist CEO und trägt die Gesamtverantwortung. Zum Führungsteam gehören unter anderem ein ehemaliger Unternehmensberater als Finanzchef und Pandorya als Director Creative & Culture. Das Modell zeigt, worauf es bei Creator-Unternehmen ankommt: Die Gruppe hängt nicht mehr allein an Gronkhs Person, sondern verdient auch mit Dienstleistungen für andere Creator und Marken.

Wie verdient Gronkh sein Geld?

Wie hoch Gronkhs Vermögen ist, ist nicht öffentlich bekannt. Zahlen, die im Netz kursieren, sind Schätzungen ohne belastbare Grundlage. Sicher ist dagegen, woraus sich seine Einnahmen zusammensetzen: Werbeerlöse aus seinen YouTube-Kanälen, Abos und Spenden auf Twitch, Werbekooperationen, Sprecherrollen in Spielen und Filmen und vor allem die Geschäfte der Range Group mit Merchandise, Agenturarbeit und Beteiligungen.

Gerade dieser letzte Punkt unterscheidet ihn von vielen anderen Creatorn. Ein großer Teil der Wertschöpfung entsteht inzwischen nicht mehr vor der Kamera, sondern in Firmen, die Dienstleistungen für andere anbieten. Damit verteilt sich das Risiko auf mehrere Standbeine, falls Reichweite oder Plattformregeln sich ändern.

Gronkhs Bedeutung für die deutsche Creator-Szene

Gronkh gehörte zu den ersten Let's Playern in Deutschland und hat das Format hierzulande geprägt wie kaum ein anderer. Die Academy des Deutschen Webvideopreises zeichnete ihn 2015 mit dem Ehrenpreis aus und würdigte ihn als einen der ersten Let's Player des Landes. Seine Laufbahn steht exemplarisch für die Entwicklung einer ganzen Branche: vom Hobby-Video über Livestreams und Werbekooperationen bis zum Unternehmen mit Angestellten, Agentur und Beteiligungen.

Gleichzeitig zeigt sein Weg, wie selten ein solcher Verlauf ist. Gronkh brachte bereits vor YouTube Erfahrung als Unternehmer, Programmierer und Spielejournalist mit. Viele Creator, die mit ihm angefangen haben, sind heute nicht mehr aktiv oder leben nicht von ihren Kanälen. Warum das so ist, ordnet unser Artikel zum Beruf Content Creator ein.

Häufig gestellte Fragen zu Gronkh

Wie heißt Gronkh mit bürgerlichem Namen?
Gronkh heißt bürgerlich Erik Range.

Wie alt ist Gronkh?
Gronkh wurde am 10. April 1977 in Braunschweig geboren und ist damit im Oktober 2026 49 Jahre alt.

Seit wann macht Gronkh Let's Plays?
Gronkh veröffentlicht seit dem 1. April 2010 regelmäßig Let's Plays auf YouTube. Bekannt wurde er vor allem durch seine Minecraft-Reihe mit 1.278 Folgen.

Was ist die Range Group?
Die Range Group ist Gronkhs Unternehmensgruppe mit Sitz in Köln. Sie umfasst unter anderem den Merchandise-Spezialisten GRNK, die Influencer-Agentur 1UP Management, die Content-Schmiede GROW sowie eine Holding und eine Beteiligungsfirma und beschäftigt mehr als 45 Menschen.

Was ist Friendly Fire?
Friendly Fire ist ein jährlicher zwölfstündiger Charity-Livestream, den Gronkh 2015 mit befreundeten Creatorn ins Leben gerufen hat. Bis Dezember 2025 wurden dabei insgesamt rund 14,26 Millionen Euro an Spenden gesammelt.

Welche Rolle spricht Gronkh im Minecraft-Film?
Gronkh war zunächst als Erzähler von Ein Minecraft Film angekündigt. Im fertigen Film von 2025 spricht er einen Reporter.

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