Lootboxen: PEGI stuft auf PEGI 16 hoch

Lootboxen: PEGI stuft EA Sports FC und Co. auf PEGI 16 hoch

Die europäische Altersfreigabe PEGI macht ernst mit ihren strengeren Regeln für Lootboxen. Seit Oktober stuft PEGI auch bereits erschienene Spiele neu ein, wenn sie bezahlte Zufallsinhalte enthalten. Betroffen sind digitale Spiele, die bislang ab 3, 7 oder 12 Jahren freigegeben waren. Sie erhalten nun eine Freigabe ab 16 Jahren und den neuen Hinweis „Paid random items“.

Zu den ersten Titeln gehören EA Sports FC, das wegen der Kartenpacks im Modus Ultimate Team von PEGI 3 direkt auf PEGI 16 springt, sowie Zenless Zone Zero, Marvel Rivals, Pokémon TCG Pocket und Fire Emblem Heroes. Die Spiele selbst ändern sich dabei nicht, angepasst wird lediglich die Altersangabe in den digitalen Stores.

Schrittweise Umstellung in allen Stores

Laut Connor Hinde von der Games Rating Authority, die PEGI in Großbritannien verwaltet, wird die Umstellung einige Zeit in Anspruch nehmen. Publisher müssen ihre Produktangaben auf jeder Plattform aktualisieren, entsprechend rechnet die Behörde mit sehr vielen Änderungen in kurzer Zeit. Bereits gedruckte Verpackungen bleiben Berichten zufolge unverändert, sodass im Laden und im Online-Store für dasselbe Spiel vorübergehend unterschiedliche Altersangaben zu sehen sein können.

PEGI-Direktor Dirk Bosmans begründet das rückwirkende Vorgehen damit, dass Online-Spiele über sehr lange Zeiträume gepflegt und aktualisiert werden. Gerade bei Live-Service-Spielen liegt die ursprüngliche Prüfung oft Jahre zurück, während Shop und Mechaniken laufend erweitert werden.

Neue PEGI-Kriterien seit Juni

Die Regeln hatte PEGI bereits im März angekündigt, für neu eingereichte Spiele gelten sie seit Juni 2026. Neben Lootboxen nimmt PEGI dabei weitere Mechaniken ins Visier:

  • Bezahlte Zufallsinhalte wie Lootboxen, Kartenpacks und Gacha-Mechaniken: mindestens PEGI 16, in Einzelfällen PEGI 18
  • Zeitlich oder mengenmäßig begrenzte Angebote: mindestens PEGI 12
  • Belohnungen für regelmäßiges Wiederkommen: mindestens PEGI 7, bei Nachteilen für Spieler, die nicht zurückkehren, PEGI 12
  • NFTs und Blockchain-Mechaniken: PEGI 18
  • Online-Kommunikation ohne Möglichkeit zum Blockieren oder Melden: PEGI 18

Was das für Deutschland bedeutet

Hierzulande gilt nicht PEGI, sondern die USK. Sie berücksichtigt glücksspielähnliche Mechaniken und Kaufanreize bereits seit Januar 2023 bei ihren Freigaben und weist sie mit Zusatzhinweisen wie „In-Game-Käufe + zufällige Objekte“ aus. PEGI selbst bezeichnet die neuen Regeln als Angleichung an das deutsche System. Wie USK, PEGI und andere Prüfstellen im Detail arbeiten, erklären wir im Artikel zur Altersfreigabe bei Videospielen. In Nordamerika hat die ESRB bislang keine vergleichbaren Änderungen angekündigt.

Quellen: PEGI, Games Rating Authority

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