Ultima-Erfinder Richard Garriott will die Urheberrechte an seiner legendären Rollenspielreihe im kommenden Jahr von Electronic Arts zurückholen. Das hat der Entwickler, in der Szene seit Jahrzehnten als Lord British bekannt, in einem Interview mit Jesse Petrilla bekräftigt. Grundlage ist eine Regelung im US-Urheberrecht, nach der Urheber übertragene Rechte nach 35 Jahren zurückfordern können – ohne dafür zu bezahlen.
Garriott hatte sein Studio Origin Systems 1992 an EA verkauft, mit ihm wanderten auch die Rechte an Ultima zum Publisher. Nach Section 203 des US Copyright Act wird ein solcher Rückruf damit 2027 möglich. Nach eigenen Angaben hat Garriott EA im April 2026 formell über seine Absicht informiert. Der Publisher habe sinngemäß geantwortet, man kenne die Rechtslage und werde entsprechend handeln.

Urheberrecht ja, Markenname nein
Ganz so einfach ist die Rückkehr allerdings nicht. Der Rückruf betrifft nur das Urheberrecht, nicht die Marke. EA hat im Juni neue Markenanmeldungen für „Ultima“ eingereicht, die unter anderem digitale und Online-Spiele abdecken. Ein neues Spiel schlicht „Ultima“ zu nennen, wäre für Garriott damit nicht ohne Weiteres möglich – er bringt deshalb den Namen „Lord British's Ultima“ ins Spiel. Wie weit der Rückruf im Detail reicht, hängt zudem von den Verträgen der einzelnen Teile ab. Laut Garriott laufen derzeit Gespräche mit EA, auch über eine mögliche Zusammenarbeit.
Neuauflagen oder ein neues Ultima?
Konkrete Pläne gibt es noch nicht. Garriott nennt Neuauflagen der klassischen Teile ebenso als Möglichkeit wie Fortsetzungen. Ob ein neues Projekt ein Einzelspieler-Rollenspiel oder ein Onlinespiel wird, sei offen. Bereits auf der Dragon Con im September hatte er erklärt, frühere Ultima-Entwickler wieder zusammenbringen zu wollen.
Die Bedeutung der Reihe ist kaum zu überschätzen: Ultima prägte das Computer-Rollenspiel seit den frühen 1980er-Jahren, Ultima Online gehörte 1997 zu den ersten großen MMORPGs. Seit Ultima IX aus dem Jahr 1999 gab es allerdings keinen neuen Hauptteil mehr, der Free-to-play-Ableger Ultima Forever von 2013 blieb eine Randnotiz. Für Fans heißt das vorerst: Bevor die Rechte 2027 offiziell zurückfallen, ist mit keinem neuen Spiel zu rechnen. Ob danach Neuauflagen, ein Nachfolger oder eine Kooperation mit EA folgen, ist offen – Garriott selbst gibt sich optimistisch, dass das Beste für die Reihe noch komme.
Quelle: Interview von Richard Garriott mit Jesse Petrilla (YouTube)
