Paypal

Milliarden-Übernahmeangebot: Stripe und Advent wollen PayPal kaufen

Der Zahlungsdienstleister Stripe und der Finanzinvestor Advent International haben laut übereinstimmenden Medienberichten Anfang Juli 2026 ein gemeinsames Übernahmeangebot für PayPal vorgelegt. Geboten werden 60,50 US-Dollar je Aktie, was PayPal mit mehr als 53 Milliarden US-Dollar bewerten würde – ein Aufschlag von rund 28 Prozent auf den Schlusskurs vom 14. Juli 2026. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte den Deal zuerst gemeldet.

Die Details des Angebots

Laut den Berichten liegt dem Angebot bereits eine Finanzierungszusage von Banken über rund 50 Milliarden US-Dollar zugrunde, ergänzt um Eigenkapital von Stripe, Advent und dem Zahlungsdienstleister Block. Sollte der Deal zustande kommen, würden Stripe und Advent PayPal gemeinsam zu jeweils gleichen Anteilen übernehmen – von einer Zerschlagung des Unternehmens ist demnach keine Rede. PayPals Verwaltungsrat soll sich Insidern zufolge frühestens am 20. Juli 2026 mit dem Angebot befassen. Weder PayPal noch Stripe oder Advent International haben sich bislang offiziell zu den Berichten geäußert.

Ganz neu ist das Interesse von Stripe an PayPal nicht: Bereits im Februar 2026 hatte Bloomberg berichtet, dass Stripe eine mögliche Übernahme prüfe, im April folgte demnach ein erster direkter Kontakt zu PayPal. Mit dem nun vorgelegten, konkreten Kaufangebot hätte sich diese Prüfung offenbar zu einer ernsthaften Offerte verdichtet.

Warum PayPal überhaupt als Übernahmeziel gilt

Der Zeitpunkt des Angebots dürfte kein Zufall sein: PayPal-Aktien notierten zuletzt rund 18 Prozent im Minus seit Jahresbeginn und etwa 35 Prozent unter dem Stand vor einem Jahr. Das Unternehmen hatte zu Jahresbeginn eine enttäuschende Gewinnprognose für 2026 vorgelegt und sieht sich wachsendem Wettbewerbsdruck durch Apple Pay, Google Pay sowie Anbieter wie Block, Klarna und Affirm ausgesetzt. Erst kürzlich hatte der Verwaltungsrat zudem CEO Alex Chriss abgelöst; die Position übernahm mit Enrique Lores der bisherige HP-Chef.

An der Börse sorgte die Nachricht vom Übernahmeangebot für deutliche Kursbewegungen: PayPal-Aktien legten im vorbörslichen Handel zeitweise um mehr als 20 Prozent zu, pendelten sich nach Handelsbeginn aber bei einem Plus von rund 14 bis 16 Prozent ein. Nicht alle Marktbeobachter halten das Angebot für ausreichend hoch – der bekannte Investor Michael Burry, der selbst PayPal-Aktien hält, äußerte öffentlich, der gebotene Preis liege unter dem inneren Wert des Unternehmens und ein erfolgreiches Angebot müsse am Ende höher ausfallen.

Was würde eine Übernahme bedeuten?

Für Stripe, das nach einer Mitarbeiter-Kapitalrunde im Februar 2026 mit rund 159 Milliarden US-Dollar bewertet wird, wäre eine PayPal-Übernahme der bislang größte Schritt ins Endkundengeschäft: Während Stripe bislang vor allem Unternehmen wie Amazon oder Booking.com die technische Zahlungsabwicklung bereitstellt, ist PayPal traditionell im direkten Verbrauchergeschäft stark, unter anderem über die eigene App und den Bezahldienst Venmo. Eine Fusion beider Unternehmen wäre eine der größten Konsolidierungen im globalen Zahlungsverkehr der vergangenen Jahre – zum Vergleich: Die 2025 abgeschlossene Übernahme von Worldpay durch Global Payments war mit rund 24,25 Milliarden US-Dollar bewertet, weniger als die Hälfte des aktuellen PayPal-Angebots.

Ob und in welcher Form PayPal auf das Angebot reagiert, bleibt vorerst offen. Laut Berichten drängen Stripe und Advent darauf, die Gespräche in den kommenden Wochen voranzutreiben – eine Einigung noch im Juli gilt demnach als mögliches, aber keineswegs sicheres Szenario.

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