Manche Survival-Spiele nehmen euch an die Hand. Far Lands wirft euch lieber gleich einen Stein hin und wünscht viel Glück. Seit dem 29. Juli 2026 ist der Open-World-Survival-Horror-Titel von Scalpel Softworks auch für PS5 erhältlich, herausgebracht von Axyos Games – nach dem Early-Access-Debüt auf Steam 2024. Mit einem vom Publisher bereitgestellten Review-Key haben wir uns die Konsolenfassung angesehen, und schon die ersten Spielminuten haben einiges über das Spiel verraten.

Ein steiniger Start
Nach dem obligatorischen Flugzeugabsturz – inklusive Gold-Trophäe fürs Überleben der Bruchlandung, ein kleiner ironischer Trost – stehen wir allein auf einer mysteriösen Insel. Die ersten Schritte folgen dem bekannten Survival-Skript: Bäume fällen, Werkbank bauen. Schon hier zeigt sich ein erstes Problem, das uns unnötig Zeit gekostet hat: Ist die Schnellzugriffsleiste voll, lässt sich kein neuer Gegenstand mehr hinzufügen – ohne jeden Hinweis darauf, woran es eigentlich hakt. Wer nicht zufällig einen Platz freiräumt, steht ratlos da. Ein klassischer Fall von fehlendem Spieler-Feedback, der sich leicht hätte vermeiden lassen.
Werkzeug, das nichts hält, und Zombies, die nicht verzeihen
Richtig unrund wird es beim Ressourcen-Sammeln selbst: Mit nur einem Stein als Werkzeug ausgestattet, geht dieser bereits nach einem einzigen Abbauversuch kaputt – und liefert dabei gerade einmal ein Drittel der Materialmenge, die für die nächste Verbesserung nötig wäre. Ein Kreislauf aus Suchen, Abbauen, Werkzeug-Verlust und erneutem Suchen, der sich weniger nach cleverem Ressourcenmanagement anfühlt als nach Sand im Getriebe. Dazwischen patrouillieren Zombies, die schnell zum Problem werden: Ohne brauchbare Verteidigung endete unser zweiter Angriff tödlich – erneut quittiert mit einer Gold-Trophäe, was dem Spiel fast schon eine unfreiwillige Komik verleiht, sein eigenes Scheitern zu feiern.
Deckt sich mit dem großen Bild
Was sich in unseren ersten Spielminuten als Frust anfühlte, ist kein Einzelfall: Auch externe Kritiken zeichnen ein sehr ähnliches Bild. Metacritic listet für Far Lands bislang nur eine Kritik (70 Punkte, „Mixed“), der PlayStation-Store-Schnitt liegt bei durchwachsenen 3,09 von 5 Sternen (122 Bewertungen) mit auffällig polarisierter Verteilung. Wiederkehrende Kritikpunkte in mehreren Tests: klobige Kämpfe, inkonsistentes Gegnerverhalten und ein Sammel-Loop, der sich schnell repetitiv anfühlt. Positiv fällt dagegen branchenübergreifend die Erkundung auf – die Insel wird als atmosphärisch und einladend beschrieben, mit gelungenen Lichtstimmungen –, ebenso wie der Koop-Modus für bis zu vier Spieler, der laut mehreren Quellen spürbar mehr Spaß macht als der Solo-Einstieg. Auch technische Kinderkrankheiten wie Ruckler beim Autospeichern oder Gegner, die in Türrahmen feststecken, wurden bereits in einer PS5-Pro-Vorschau mit Review-Code dokumentiert.
Mehr als nur Steine und Zombies – zumindest auf dem Papier
Laut offiziellem Pressematerial von Axyos Games steckt in Far Lands deutlich mehr, als unsere ersten frustrierenden Spielminuten vermuten lassen: Neben dem Grundgerüst aus Hunger-/Durst-Mechaniken, Crafting und Basisbau gibt es unterschiedliche Waffenstufen, Fahrzeuge wie Buggy und Minihubschrauber, einen NPC-Begleiter fürs Ressourcensammeln sowie einen NPC-Händler, dazu Stromversorgung, Ackerbau, Tag-Nacht-Zyklus und wechselndes Wetter. Neben Solo und Koop gibt es sogar einen eigenen PvP-Multiplayer-Server. Laut den Entwicklern von Scalpel Softworks ist das Spiel bewusst mechanisch schlank gehalten, um den Fokus stärker auf Abenteuer und Spielspaß statt auf komplexe Systeme zu legen – ein Anspruch, der sich mit unserem holprigen Start allerdings nicht ganz deckt.
Fazit
Far Lands hat uns mit einem holprigen ersten Eindruck zurückgelassen: eine Schnellleiste ohne verständliches Feedback, ein Werkzeug-System, das sich nach Frust statt nach Fortschritt anfühlt, und ein früher Tod, der sich nicht wie eine faire Herausforderung, sondern wie mangelnde Einstiegskurve anfühlte. Dass das Spiel dafür ausgerechnet mit Trophäen gratuliert, wirkt fast wie Hohn. Zu seiner Verteidigung: Wir sind nicht die ausgewiesensten Survival-Profis, und Erkundung sowie Koop-Modus werden auch von anderer Seite regelmäßig gelobt – wer mit Geduld und idealerweise Mitspielern an den Start geht, könnte hier durchaus mehr herausholen als wir in unseren ersten Spielstunden. Uns persönlich hat Far Lands in dieser frühen Phase aber schlicht nicht gereizt weiterzuspielen, und dieser Eindruck wiegt in unserer Bewertung schwer.
| ✅ Stärken | ❌ Schwächen |
|---|---|
| + Atmosphärische, einladende Insel-Erkundung | – Kein Feedback bei blockierten Aktionen (z. B. volle Hotbar) |
| + Umfangreicher Funktionsumfang auf dem Papier (Fahrzeuge, NPCs, Strom, Farming) | – Werkzeuge zerbrechen extrem schnell, liefern zu wenig Material zurück |
| + Koop für bis zu 4 Spieler laut mehreren Quellen klar stärker als Solo | – Harter, wenig fairer Früh-Einstieg mit unverzeihlichen Zombie-Begegnungen |
| + PvP-Server-Option für Spieler, die mehr Konfrontation suchen | – Kämpfe und Gegner-KI wirken klobig und inkonsistent |
| + PS5-Pro-Enhanced-Support | – Sammel-Loop wird schnell repetitiv, technische Kinderkrankheiten |
Getestete Version: PS5
UVP: 14,99 $
Für wen: Für geduldige Survival-Fans, die mit Mitspielern an den Start gehen – Solo-Einsteiger sollten realistische Erwartungen mitbringen.
Offenlegung: Getestet auf Basis eines vom Publisher bereitgestellten Review-Keys, ohne Einfluss auf unsere Wertung.
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