Fast 39 Jahre liegen zwischen den beiden einzigen Realverfilmungen von Masters of the Universe – und beide eint ein überraschend ähnliches Schicksal: gespaltene bis versöhnliche Kritiken, aber ein Kinostart, der bei Weitem nicht das einspielte, was die Produzenten sich erhofft hatten. Wie genau sich der Kult-Flop von 1987 und der aktuelle Kinostart von 2026 unterscheiden – und worin sie sich unfreiwillig ähneln – zeigt der direkte Vergleich.
Die Eckdaten im direkten Vergleich
| Masters of the Universe (1987) | Masters of the Universe (2026) | |
|---|---|---|
| Regie | Gary Goddard | Travis Knight |
| He-Man / Prinz Adam | Dolph Lundgren | Nicholas Galitzine |
| Skeletor | Frank Langella | Jared Leto |
| Teela | Chelsea Field | Camila Mendes |
| Man-at-Arms | Jon Cypher | Idris Elba |
| Evil-Lyn | Meg Foster | Alison Brie |
| Studio | Cannon Films | Mattel Studios / Amazon MGM / Sony |
| Budget | ca. 22 Mio. US-Dollar | ca. 170–200 Mio. US-Dollar |
| Weltweites Einspiel | ca. 17,3 Mio. US-Dollar | ca. 92–112 Mio. US-Dollar |
| Laufzeit | 106 Minuten | 141 Minuten |
| Rotten-Tomatoes-Kritikerwertung | ca. 21 % | ca. 67–78 % (schwankend) |
| Haupthandlungsort | größtenteils Erde | größtenteils Eternia |
1987: Cannon Films‘ Sprung ins kalte Wasser
Regisseur Gary Goddard inszenierte die erste Realverfilmung nach einem Drehbuch von David Odell für die Cannon Group, damals bekannt für ein aggressives B-Movie-Programm. Dolph Lundgren übernahm die Hauptrolle des He-Man, Frank Langella gab Skeletor, Meg Foster spielte Evil-Lyn, ergänzt um Courteney Cox in einer ihrer ersten größeren Kinorollen. Die Handlung verlegte einen Großteil der Geschichte ungewöhnlich weit von Eternia weg: He-Man, Man-at-Arms und Teela verfolgen Skeletor auf die Erde, wo zwei jugendliche Nebenfiguren in die Handlung um einen kosmischen Schlüssel hineingezogen werden, mit dem Skeletor Eternia und das gesamte Universum unterwerfen will.
Bei einem für damalige Verhältnisse ordentlichen Budget von 22 Millionen US-Dollar spielte der Film am 7. August 1987 in den USA gerade einmal rund 17,3 Millionen US-Dollar weltweit ein – ein klarer kommerzieller Misserfolg. Die zeitgenössische Kritik fiel entsprechend vernichtend aus, auf Rotten Tomatoes hält der Film bis heute nur etwa 21 Prozent Zustimmung. Erst im Nachhinein entwickelte sich der Film zu einem echten Nostalgie- und Kultobjekt, das gerade wegen seiner Eigenwilligkeiten – Schusswaffe statt nur Schwert, Erdhandlung statt Eternia – eine treue Fangemeinde behielt.
2026: Ein 170-Millionen-Dollar-Prestigeprojekt von Amazon MGM und Sony
Nach fast zwei Jahrzehnten Entwicklungshölle inszenierte Travis Knight (bekannt für Bumblebee) die zweite Realverfilmung nach einem Drehbuch von Chris Butler, Aaron und Adam Nee sowie David Callaham. Nicholas Galitzine spielt Prinz Adam alias He-Man, Jared Leto verkörpert Skeletor, Camila Mendes ist Teela, Idris Elba übernimmt Man-at-Arms alias Duncan, Alison Brie spielt Evil-Lyn. Anders als 1987 spielt die Handlung fast vollständig auf Eternia: Prinz Adam wird als Zehnjähriger von seinem Heimatplaneten getrennt und wächst rund fünfzehn Jahre lang auf der Erde auf, bevor ihn das wiedergefundene Zauberschwert zurück nach Eternia führt – das inzwischen unter Skeletors Schreckensherrschaft in Trümmern liegt.
Produziert von Mattel Studios und Escape Artists, vertrieben von Amazon MGM Studios in den USA und Sony Pictures international, feierte der Film am 18. Mai 2026 seine Premiere im TCL Chinese Theatre und startete am 5. Juni 2026 reguläer in den US-Kinos, bei einem Budget von geschätzt 170 bis 200 Millionen US-Dollar. Trotz mehrheitlich positiver Kritiken – auf Rotten Tomatoes pendelte die Wertung je nach Zeitpunkt zwischen rund 67 und 78 Prozent, das Publikum bewertete den Film sogar mit rund 88 Prozent positiv – blieb der erhoffte große Kinoerfolg aus. Das Startwochenende brachte kombiniert etwa 54 Millionen US-Dollar ein, nach drei Wochen lag das weltweite Gesamteinspiel bei rund 92 bis 112 Millionen US-Dollar – gemessen am Budget ein klarer Kassenflop, auch wenn die absoluten Zahlen 1987 damit natürlich um ein Vielfaches übertroffen wurden.
Eine Randnotiz: Der erste He-Man kommentiert den neuen
Bei der Premiere des neuen Films äußerte sich ausgerechnet Dolph Lundgren, der erste Leinwand-He-Man, wohlwollend über seinen Nachfolger. Gegenüber dem Hollywood Reporter lobte er Nicholas Galitzines Herangehensweise an die Rolle und betonte den Unterschied im Rollenverständnis: Während bei ihm selbst 1987 die Statur bereits vorhanden war und eher die jugendliche Seite der Figur erarbeitet werden musste, habe sich Galitzine den nötigen Körperbau für die Rolle regelrecht antrainiert. Nach dem enttäuschenden Kinostart äußerte sich Lundgren erneut, dieses Mal „etwas enttäuscht“ über den erneuten Kassenmisserfolg der Marke.
Auch musikalisch zeigt sich der Sprung zwischen den Produktionen: 1987 komponierte der mehrfache Oscar-Preisträger Bill Conti den Score, 2026 übernahm Daniel Pemberton diese Aufgabe, der zuvor unter anderem für den Soundtrack zu Spider-Man: Across the Spider-Verse verantwortlich zeichnete. Während der Look von 1987 stark von aufwendigen, aber sichtbar bühnenhaften Sets und Rüstungen im Stil klassischer Fantasy-B-Movies geprägt war, setzt der 2026er-Film auf eine Mischung aus modernen Spezialeffekten und einer bewusst spielzeugnahen, farbenfrohen Optik, die Kritiker ausdrücklich als Rückbesinnung auf die Vorlage lobten.
Merchandising: Von der Klassik-Linie zur Masterverse-Retro-Welle
Auch bei der Vermarktung über Spielzeug zeigt sich eine interessante Parallele. 1987 brachte Mattel passend zum Kinostart eine eigene Filmfiguren-Linie heraus, die sich optisch am Look des Films orientierte und heute unter Sammlern als eigenständige Rarität gehandelt wird. Rund vier Jahrzehnte später bediente Mattel mit der Masterverse-Reihe gleich zwei Zielgruppen: Neben Figuren im Look des 2026er-Films erschienen im Rahmen der laufenden Sammlerserie auch nachträgliche Retro-Interpretationen der 1987er-Filmversionen von He-Man, Skeletor und Beast-Man – ein Beleg dafür, wie sehr sich auch der ursprüngliche Kassenflop im Rückblick zu einem eigenständigen Sammelgebiet entwickelt hat.
Welche bekannten Figuren aus der Vorlage tauchen jeweils auf?
Hier liegt einer der größten Unterschiede zwischen beiden Filmen. Der 1987er-Film verzichtete aus Budget- und Rechtegründen auf einen Großteil der Spielzeuglinie: Neben He-Man, Skeletor, Evil-Lyn, Man-at-Arms, Teela und der Zauberin von Grayskull bestand die Besetzung überwiegend aus komplett neu erfundenen Figuren. Orko etwa wurde als zu aufwendig und teuer für eine Realverfilmung eingeschätzt und kurzerhand durch den eigens erfundenen Erfinder-Gnom Gwildor ersetzt. Auch Skeletors Schergen Blade, Saurod und Karg existierten vorher nicht – nur Beast Man war eine echte Bestandsfigur aus der Spielzeuglinie. Battle Cat, Ram Man, Stratos, Mer-Man oder Trap Jaw kommen im gesamten Film nicht vor.
Der 2026er-Film geht hier den entgegengesetzten Weg und bedient gezielt die Fan-Erwartungen an ein möglichst vollständiges Eternia. Auf der Seite der Helden erscheinen unter anderem Fisto, Ram Man, Mekaneck, Roboto, Moss Man und Cringer/Battle Cat, bei den Bösewichten treten neben Skeletor und Evil-Lyn auch Beast Man, Trap Jaw, Tri-Klops, Spikor, Goat Man und die Skel-Knights an. Sogar Karg, ursprünglich 1987 als reine Filmerfindung eingeführt und später nachträglich in die offizielle Mattel-Kontinuität übernommen, kämpft erneut mit – eine kleine Verbeugung vor dem Vorgängerfilm. Orko und Mer-Man tauchen als Cameo in einer Post-Credit-Szene auf, Gwildor aus dem 1987er-Film wird als Illustration im Abspann augenzwinkernd gewürdigt, und ein zweiter Abspann-Cameo deutet mit She-Ra sogar schon eine mögliche Fortsetzung des erweiterten Universums an.
Zwei Flops, zwei völlig unterschiedliche Gründe
Interessant ist, warum beide Filme trotz komplett unterschiedlicher Ausgangslage an der Kinokasse enttäuschten. 1987 dürfte vor allem die radikale Abkehr vom vertrauten Eternia-Setting samt Verlagerung auf die Erde viele Fans verprellt haben, dazu kamen verheerende Kritiken und ein bereits abflauender Spielzeug-Hype. 2026 lag es Berichten zufolge weniger an der Qualität als an der Zielgruppe: Laut Ticketverkaufsdaten war das Publikum am Startwochenende überwiegend männlich und älter als 45 Jahre – ein jüngeres, breiteres Kinopublikum wurde kaum erreicht, obwohl gerade die werktreue, detailverliebte Ausstattung und der selbstironische Humor des Films von der Kritik ausdrücklich gelobt wurden.
Die Auswertung danach: Von der Videothek zum Streaming-Fenster
Auch hier zeigt sich der Wandel der Filmindustrie deutlich. Der 1987er-Film fand sein eigentliches Publikum erst über Jahre hinweg auf Video und späterem physischen Heimkino-Release, wo er zum Kultobjekt reifte. Der 2026er-Film dagegen wechselte bereits nach wenigen Wochen ins Streaming-Angebot von Prime Video – ein Auswertungsfenster, das für einen Blockbuster dieser Größenordnung ungewöhnlich kurz ausfiel und die heute üblichen Amortisierungsstrategien großer Studios illustriert.
Fazit: Zwei Filme, ein Muster
So unterschiedlich beide Produktionen in Budget, Machart und kreativem Ansatz auch sind – am Ende verbindet sie dasselbe Muster: ein finanzielles Risiko, das sich an der Kinokasse nicht auszahlte, gefolgt von einer zweiten Karriere außerhalb des Kinosaals. Während der 1987er-Film dafür rund zwei Jahrzehnte brauchte, geschieht das beim 2026er-Film über Streaming-Zahlen praktisch in Echtzeit. Ob Letzterer langfristig ebenfalls zum Kultklassiker reift oder als teure Fußnote der Franchise-Geschichte in Erinnerung bleibt, wird sich erst mit einigem Abstand zeigen.
Häufig gestellte Fragen zum Vergleich der beiden Realverfilmungen
Wie viele Masters-of-the-Universe-Realverfilmungen gibt es?
Bislang zwei: den 1987 erschienenen Film mit Dolph Lundgren und die 2026 gestartete Neuverfilmung mit Nicholas Galitzine in der Hauptrolle.
Welcher der beiden Filme war an der Kinokasse erfolgreicher?
In absoluten Zahlen spielte der 2026er-Film mit rund 92 bis 112 Millionen US-Dollar weltweit deutlich mehr ein als der 1987er-Film mit rund 17,3 Millionen US-Dollar. Gemessen am jeweiligen Budget gelten aber beide Filme als kommerzieller Misserfolg.
Welcher Film kam bei der Kritik besser weg?
Der 2026er-Film erhielt deutlich positivere Kritiken als sein Vorgänger: Während der 1987er-Film bei Rotten Tomatoes nur rund 21 Prozent erreicht, pendelte die Wertung des 2026er-Films je nach Zeitpunkt zwischen etwa 67 und 78 Prozent.
Spielen beide Filme auf Eternia?
Nein. Der 1987er-Film verlegt einen Großteil der Handlung auf die Erde, während der 2026er-Film fast vollständig auf Eternia spielt und die Erd-Episode auf Prinz Adams Kindheit beschränkt.










