Masters of the Universe

Masters of the Universe: Alle Zeichentrickserien von 1983 bis heute im Überblick

Während die Realverfilmungen von 1987 und 2026 im Kino eher mit Kassenzahlen als mit Kultstatus auffielen, war es über die Jahrzehnte tatsächlich das Fernsehen, das Masters of the Universe am Leben hielt. Ganze fünf Zeichentrickserien haben He-Man und Skeletor seit 1983 bekommen – mit sehr unterschiedlichem Erfolg und sehr unterschiedlicher Zielgruppe. Ein Überblick über die wichtigsten Stationen.

Die fünf Serien im Überblick

Serie Jahre Studio Episoden Ausrichtung
He-Man and the Masters of the Universe 1983–1985 Filmation 130 (2 Staffeln) Klassisches Kinderprogramm mit moralischer Schlusspointe
The New Adventures of He-Man 1990 Jetlag Productions 65 (1 Staffel) Science-Fiction-Ausflug auf den Planeten Primus
He-Man and the Masters of the Universe 2002–2004 Mike Young Productions 39 (2 Staffeln, vorzeitig beendet) Ernsterer Reboot der Originalgeschichte
He-Man and the Masters of the Universe (CG) 2021–2022 Netflix / Mattel Television 26 (3 Staffeln) Kindgerechte CG-Neuerzählung
Masters of the Universe: Revelation / Revolution 2021 / 2024 Powerhouse Animation / Mattel Television 10 + 5 (Kevin Smith) Erwachsenere Fortsetzung der Originalserie

1983–1985: Die Originalserie von Filmation

Den Anfang machte He-Man and the Masters of the Universe, produziert vom Trickfilmstudio Filmation unter Lou Scheimer. Die Serie umfasst 130 Episoden in zwei Staffeln und lief ab dem 5. September 1983 in US-amerikanischer Erstausstrahlung. Erzählt wird die Geschichte von Prinz Adam, der sich mit dem Ausruf „Bei der Macht von Grayskull, ich habe die Kraft!“ in He-Man verwandelt, um seine Heimat Eternia vor Skeletor zu schützen. In Deutschland lief die Serie ab Ende der 1980er-Jahre bis 1992 bei Tele 5. Filmation prägte mit dieser Serie nicht nur die Optik, sondern auch das episodische Erzählschema mit moralischer Schlusspointe, das die Serie bis heute nachwirken lässt. 1985 folgte mit She-Ra: Princess of Power eine eigenständige Schwesterserie um Prinz Adams Zwillingsschwester, die einen eigenen Artikel in diesem Cluster verdient und hier nicht weiter vertieft wird.

1990: Die neuen Abenteuer des He-Man – der Sprung ins Weltall

Nachdem Filmation 1987 Insolvenz anmelden musste, übernahm Jetlag Productions gemeinsam mit Mattel die Fortsetzung der Marke. The New Adventures of He-Man verlegte die Handlung rund 1.000 Jahre in die Zukunft auf den High-Tech-Planeten Primus, wohin Prinz Adam gerufen wird, um die Galactic Guardians im Kampf gegen die bösen Mutanten von Denebria unter Anführer Flogg zu unterstützen – natürlich mit Skeletor, der sich prompt auf die Seite der Mutanten schlägt. Mit nur 65 Episoden in einer einzigen Staffel (Erstausstrahlung 1990) blieb die Serie deutlich kürzer als ihr Vorgänger und konnte dessen Erfolg nicht wiederholen. Immerhin bekam die Geschichte mit der finalen Folge einen tatsächlichen Abschluss, was der Originalserie so nie vergönnt war.

2002: Der Reboot von Mike Young Productions

Zwölf Jahre Sendepause später wagte Mattel mit He-Man and the Masters of the Universe (2002) einen kompletten Neustart, produziert von Mike Young Productions für Cartoon Network. Die Serie erzählte die Ursprungsgeschichte neu, blieb dabei aber näher an der Optik und den Figuren der Filmation-Ära als ihr Vorgänger von 1990. Charaktere wie Evil-Lyn, King Hiss und die Snake Men bekamen erstmals eine richtige animierte Hintergrundgeschichte, und der Ton war insgesamt ernster und weniger vorhersehbar als beim Original. Trotz positiver Reaktionen vieler Fans blieben Einschaltquoten und Spielzeugverkäufe hinter den Erwartungen zurück: Nach 39 Episoden in anderthalb Staffeln wurde die als Masters of the Universe vs. The Snake Men bekannte zweite Staffel 2004 vorzeitig eingestellt. Cam Clarke sprach in dieser Version He-Man, während Joseph LoDuca für die Musik verantwortlich zeichnete – wie schon bei der Vorgängerserie blieb auch dieser Anlauf inhaltlich isoliert und wurde von keiner der späteren Serien fortgeführt oder aufgegriffen.

2021–2024: Zwei parallele Netflix-Serien mit unterschiedlichen Zielgruppen

2021 überraschte Netflix mit gleich zwei komplett unabhängigen MOTU-Projekten im selben Jahr. Im September 2021 startete zunächst He-Man and the Masters of the Universe, eine CG-animierte, explizit kindgerechte Neuinterpretation der Ursprungsgeschichte, die es über drei Staffeln bis August 2022 schaffte. Kurz zuvor, im Juli 2021, war bereits Masters of the Universe: Revelation unter der Leitung von Regisseur und bekennendem Fan Kevin Smith angelaufen – eine erwachsenere, direkte Fortsetzung der Filmation-Serie von 1983, die weder die Handlung von The New Adventures of He-Man noch die des 2002er-Reboots berücksichtigt. Produziert von den Powerhouse Animation Studios und Mattel Television, erschien Revelation in zwei Fünfer-Blöcken (Juli und November 2021) und rückte bewusst Teela stärker in den Fokus, ehe He-Man selbst wieder ins Zentrum der Handlung rückte. Chris Wood sprach He-Man, Mark Hamill übernahm Skeletor, während unter anderem Sarah Michelle Gellar und Lena Headey Teile der prominent besetzten Sprecherriege bildeten. Die parallele CG-Serie wiederum setzte mit Yuri Lowenthal auf eine komplett andere Stimme für He-Man – ein weiterer Beleg dafür, wie konsequent Netflix beide Produktionen voneinander trennte, obwohl Kevin Smith in der CG-Serie sogar eine kleine Sprechrolle als Tri-Klops übernahm.

2024 folgte mit Masters of the Universe: Revolution die direkte Fortsetzung von Revelation, wieder unter Kevin Smith und mit einem Großteil der bisherigen Sprecherbesetzung, darunter Chris Wood als He-Man und Mark Hamill als Skeletor. In nur fünf Folgen scheute die Serie sich nicht, mehrere altbekannte Figuren des Franchise endgültig sterben zu lassen und damit deutlich mehr erzählerisches Risiko einzugehen als jede Vorgängerserie. Bemerkenswert am Rande: Meg Foster, die 1987 im Kinofilm Evil-Lyn spielte, lieh in Revolution der Figur Motherboard ihre Stimme – eine kleine Verbindung zwischen zwei ansonsten völlig unabhängigen Produktionslinien des Franchise.

Fazit: Fünf Serien, fünf verschiedene Zielgruppen

Kein anderer Teil des Franchise zeigt so deutlich wie die Zeichentrickserien, wie flexibel sich Masters of the Universe über die Jahrzehnte neu erfunden hat. Vom reinen Spielzeug-Werbeformat der 1980er über den halbherzigen Science-Fiction-Ausflug der 1990er bis zur bewusst getrennten Doppelstrategie von Netflix – Kinder-CG-Serie einerseits, düsterer Fortsetzungsstoff für erwachsene Fans andererseits – hat jede Generation ihre eigene Version von Eternia bekommen, ohne dass die Kernidee dabei verlorenging.

Häufig gestellte Fragen zu den Masters-of-the-Universe-Zeichentrickserien

Wie viele He-Man-Zeichentrickserien gibt es insgesamt?

Fünf: die Originalserie (1983–1985), Die neuen Abenteuer des He-Man (1990), den Reboot von 2002, sowie die beiden Netflix-Produktionen He-Man and the Masters of the Universe (2021) und Masters of the Universe: Revelation/Revolution (2021/2024). She-Ra als eigenständige Schwesterserie ist dabei nicht mitgezählt.

Hängen alle Serien inhaltlich zusammen?

Nein. Masters of the Universe: Revelation und Revolution verstehen sich explizit als Fortsetzung der Originalserie von 1983, ignorieren dabei aber sowohl Die neuen Abenteuer des He-Man als auch den 2002er-Reboot. Die 2021er-CG-Serie wiederum ist eine eigenständige Neuerzählung ohne Bezug zu den anderen Fortsetzungen.

Welche Serie richtet sich an erwachsene Fans?

Vor allem Masters of the Universe: Revelation und Revolution wurden explizit für das inzwischen erwachsene Publikum der 1980er-Jahre-Fans konzipiert, unter anderem mit einem düsteren Ton und dem Tod mehrerer bekannter Figuren.

Warum wurde die Serie von 2002 eingestellt?

Trotz positiver Fan-Reaktionen blieben Einschaltquoten und Verkaufszahlen der begleitenden

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