Sony beendet ab Januar 2028 die Produktion physischer Disc-Versionen für neue PlayStation-Spiele. Was bisher wenig Beachtung fand: Mit dem Wegfall der Disc verschwindet auch ein Weg, mit dem Spielerinnen und Spieler bisherige Regionalsperren im PlayStation Store umgehen konnten – der Kauf importierter physischer Kopien.
Bislang ließen sich Discs weitgehend unabhängig von Ländergrenzen kaufen und abspielen: Wer eine ausländische Fassung importierte, konnte sie auf jeder PS4 oder PS5 nutzen, DLC-Einschränkungen ausgenommen. Der digitale Kauf im PlayStation Store funktioniert dagegen anders. Ein PSN-Konto ist fest an das bei der Erstellung gewählte Land gebunden und lässt sich nachträglich nicht mehr ändern. Zugriff auf den Store eines anderen Landes erhält nur, wer ein komplett neues Konto mit passender Zahlungsmethode anlegt.
Was bedeutet das konkret? Für Spielerinnen und Spieler in Ländern ohne eigenen PlayStation Store – nach Nutzerberichten sind das aktuell über 170 Staaten – war der Import einer Disc bislang oft die einzige legale Möglichkeit, überhaupt an ein PS5-Spiel zu kommen. Fällt diese Option ab 2028 weg, bleibt nur noch der Umweg über ein Auslandskonto samt ausländischer Zahlungsmethode – für viele in der Praxis kaum umsetzbar. Auch wer umzieht, kennt das Problem bereits in kleinerem Rahmen: Ein PSN-Konto lässt sich nicht ins neue Wohnland verschieben, gekaufte Spiele bleiben aber nutzbar, neue Käufe im lokalen Store nicht ohne Weiteres.
Sony hat sich zu dieser Konsequenz seiner Ankündigung bislang nicht separat geäußert. Der ursprüngliche Blogbeitrag des Unternehmens verweist lediglich auf den allgemeinen Trend zu digitalen Käufen, ohne auf Länder ohne PSN-Store-Zugang einzugehen.
Für Gebrauchtmarkt und Importhandel, die schon durch das reine Disc-Aus unter Druck geraten, verschärft sich die Lage damit zusätzlich. Wie stark Sony beim Store-Zugang tatsächlich nachbessert – etwa durch neue Länder-Freischaltungen –, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen.
Grundsätzliche Fragen rund um digitale Spielelizenzen und die damit verbundenen Rechte von Käuferinnen und Käufern erklären wir in einem separaten Artikel.










