Sony Interactive Entertainment hat am 1. Juli 2026 angekündigt, die Produktion physischer Discs für neue PlayStation-Spiele ab Januar 2028 einzustellen. Bereits erschienene und vor diesem Stichtag veröffentlichte Titel sind von der Umstellung nicht betroffen, für sie bleiben auch Nachpressungen möglich. Neue Spiele sollen künftig ausschließlich als digitale Spielelizenzen über den PlayStation Store oder als Download-Code im Einzelhandel verkauft werden.
Als Begründung verwies Sony auf das veränderte Kaufverhalten der Community: Digitale Käufe würden die Nachfrage nach physischen Discs inzwischen deutlich übersteigen. Der Wechsel betrifft laut Unternehmensangaben die Neuproduktion von Discs, nicht die Laufwerke der Konsolen selbst – PS5-Modelle mit optischem Laufwerk bleiben zunächst im Handel.
Für aufwendig gestaltete Collector’s Editions, die häufig mit Steelbook, Artbook oder weiterem physischem Zubehör um eine Spiele-Disc herum gebaut sind, wirft die Ankündigung eine zentrale Frage auf: Wer presst diese Discs künftig, wenn Sony selbst keine mehr produziert? Shawn Layden, ehemaliger Chef von SIE Worldwide Studios und heute als Berater in der Branche aktiv, bezeichnete eine discfreie PlayStation-Zukunft als „depressing, but solvable“ – deprimierend, aber lösbar. Die zentrale Hürde sieht er darin, dass Sony das proprietäre Pressverfahren für PlayStation-Discs bislang ausschließlich selbst über die Tochterfirma Sony DADC betreibt, anders als Microsoft, das externe, autorisierte Hersteller für Xbox-Discs zulässt. Ohne eine Lizenzierung dieses Verfahrens an spezialisierte Presswerke gebe es keine Möglichkeit, Discs für Collector’s Editions oder andere physische Sonderausgaben herzustellen, so Layden. Nach eigenen Angaben hat er dazu jedoch keinen direkten Einblick in etwaige Gespräche zwischen Sony und möglichen Lizenznehmern.
Sony selbst hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob eine solche Lizenzierung geplant ist. Branchenanalyst Daniel Ahmad von Niko Partners ordnete die Entscheidung als plattformgetriebenen Schritt ein, der Kosten senken, den Gebrauchtmarkt einschränken und Umsätze stärker über den PlayStation Store bündeln soll.
Quelle: Ankündigung von Sony Interactive Entertainment sowie Einschätzungen von Shawn Layden

