VW ID Update

Die VW-App und der zweite Nutzer: Eine Geschichte, die leider kein Einzelfall ist

Ich bin eigentlich nicht der Typ, der auf allem rumbasht. Ich schreibe diese Serie, weil ich die Dinge gerne beim Namen nenne — und weil ich glaube, dass Bestandskunden eine Stimme verdienen. Aber was ich in den vergangenen Monaten mit der Volkswagen-Begleit-App erlebt habe, passt so perfekt ins Gesamtbild, dass ich es nicht unerwähnt lassen kann.

Als ich meinen ID.3 im September 2024 kaufte, lief alles reibungslos. App installiert, Fahrzeug verknüpft, Ladestand im Blick, Benachrichtigungen wenn das Auto voll ist — genau so, wie es sein soll. Dann habe ich meiner Frau ein zweites Nutzerprofil im Fahrzeug eingerichtet, was ja explizit so vorgesehen ist. Sie hat sich die App auf ihrem Samsung Galaxy geladen, sich angemeldet — und ab diesem Moment war bei mir auf dem iPhone Schicht im Schacht.

Kein Ladestand mehr. Keine Benachrichtigungen. Keine Verbindung. Einfach: nichts.

Ich habe alles versucht, was man versuchen kann. App gelöscht und neu installiert. Fahrzeug aus der App entfernt und neu verknüpft. Foren durchforstet. Den VW-Kundenservice kontaktiert — der mir daraufhin exakt das empfahl, was ich längst gemacht hatte. Meine Vermutung, warum das bei mir so lange nicht funktioniert hat: Mein Fahrzeug hatte monatelang kein Software-Update bekommen, während die App auf meinem iPhone regelmäßig aktualisiert wurde. Irgendwann passten App und Fahrzeug-Software schlicht nicht mehr sauber zusammen. Belegen kann ich das nicht — aber es wäre keine Überraschung.

Kein Einzelfall, sondern System

Was mich bei der Recherche dann wirklich beschäftigt hat: Das ist kein individuelles Pech. Das ist ein bekanntes, vielfach dokumentiertes Problem in der ID-Community. Das VW-Nutzersystem kennt nur einen Hauptnutzer — und sobald ein Zweitnutzer zuletzt im Fahrzeug angemeldet war, verliert der Hauptnutzer den vollen App-Zugriff. VW begründet das mit Datenschutz. Ein Forumnutzer bringt die Konsequenz auf den Punkt: „Ich als Hauptnutzer darf per App nichts ändern, weil zuletzt meine Frau mit ihrem Benutzernamen gefahren ist. Meine Frau darf per App nichts ändern, weil sie nicht Hauptnutzer ist.“

Der am häufigsten empfohlene Workaround in der Community: Beide Partner nutzen denselben Hauptnutzer-Account auf beiden Smartphones. Also genau das Gegenteil von dem, wofür das Mehrnutzer-System eigentlich gedacht ist.

Dazu kommen wiederkehrende Serverprobleme, bei denen die App schlicht keine Verbindung zum Fahrzeug herstellen kann — manchmal stundenlang, manchmal tagelang. Die Antwort des VW-Supports in einem dokumentierten Fall: Das Problem sei bekannt, die Behebung werde in Kalenderwoche 35 oder 36 erwartet. „Sie sollten also ein- bis zweimal pro Woche überprüfen, ob das Problem gelöst wurde.“ Ein Satz, den ich mir nicht hätte ausdenken können.

Das Ende mit Happy End — vorerst

Nachdem ich endlich das Update auf ID. Software 3.7 bekommen hatte, und die VW-App parallel mehrfach aktualisiert wurde — darunter laut Changelog auch ein neues Backend — funktioniert die Verbindung bei mir wieder. Ich freue mich darüber wirklich. Aber ich weiß auch, dass ich Monate gewartet habe, ohne je eine klare Erklärung bekommen zu haben, was das Problem war, warum es auftrat und wie es behoben wurde.

Das ist das Grundproblem. Nicht dass Technik manchmal nicht funktioniert — das ist menschlich, das passiert. Sondern dass VW es nicht schafft, Kunden transparent und nachvollziehbar zu informieren. Kein Status, keine Erklärung, kein Zeitplan. Stattdessen: Forum durchsuchen, selbst testen, warten.

Für ein Unternehmen, das seine Fahrzeuge als vernetzte Software-Plattformen vermarktet, ist das schlicht zu wenig.

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