VW ID Update

16 Tage. Keine Antwort. VW, wir müssen reden.

Am 14. Mai 2026 um 10:45 Uhr habe ich eine E-Mail an kundenbetreuung@volkswagen.de geschickt. Drei konkrete Fragen, höflich formuliert, mit Telefonnummer. Heute ist der 30. Mai. Sechzehn Tage später. Keine Antwort. Keine Eingangsbestätigung. Nichts.

Das ist nicht mehr nur Enttäuschung. Das ist Ignoranz.

Was ich gefragt habe

Die Fragen waren nicht kompliziert. Am 14. Mai 2026 habe ich folgendes an kundenbetreuung@volkswagen.de geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Mark Ruhland, ich bin Inhaber eines VW ID.3.

Ich wende mich erneut an Sie, da ich mir Sorgen um den Software-Update-Status meines Fahrzeugs mache. Erst vor wenigen Wochen habe ich über OTA das Update auf ID. Software 3.7 erhalten — eine Version, die bereits seit Längerem verfügbar war. Aktuell befindet sich mein Fahrzeug damit nach wie vor deutlich hinter dem aktuell verfügbaren Stand (ID. Software 5.6.4).

Meine Fragen:

  1. Wann ist mit einem Update meines Fahrzeugs auf einen aktuellen Software-Stand zu rechnen?
  2. Nach welchen Kriterien werden Fahrzeuge für OTA-Rollouts ausgewählt?
  3. Besteht alternativ die Möglichkeit, das Update zeitnah in einer Volkswagen-Partnerwerkstatt durchführen zu lassen?

Ich bitte um eine konkrete Rückmeldung, da ich diese Fragen bereits in der Vergangenheit gestellt habe, ohne eine belastbare Antwort erhalten zu haben.

Sechzehn Tage später. Kein Wort.

Dabei habe ich in der E-Mail ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich diese Fragen bereits in der Vergangenheit gestellt habe — ohne je eine belastbare Antwort erhalten zu haben. Das ist kein neues Problem. Das ist ein Muster. Wer unsere Berichterstattung verfolgt, kennt die Geschichte: über ein Jahr Warten auf verfügbare Software, ein unfreiwilliger Sprung zwei Versionen zurück, und irgendwann das 3.7-Update — endlich.

Was ich inzwischen selbst herausgefunden habe

Während VW schweigt, habe ich weiterrecherchiert. Und was ich dabei gefunden habe, ist schlimmer als ich erwartet hatte.

Laut der Community-Wiki auf meinid.com — der umfangreichsten deutschsprachigen Wissenssammlung zu VW ID-Software, gepflegt von hunderten aktiven ID-Fahrern — gibt es von der 3.x-Softwarereihe, auf der mein Fahrzeug läuft, weder einen OTA-Pfad noch einen Werkstattpfad auf die aktuelle 5.x-Reihe. Das steht dort schwarz auf weiß:

Version OTA-Update Werkstatt-Update (OTW)
3.x ❌ Nein ❌ Nein
4.x ❌ Nein ✅ auf 5.6.3 (Werkstatt)
5.x ✅ auf 5.4.0 ✅ auf 5.6.3 (Werkstatt)
6.0 Nur Neufahrzeuge ab PW 18/2026

Zur Einordnung: Der aktuelle Stand liegt bei ID. Software 5.6.3, mein Fahrzeug läuft auf 3.7. Und der Weg dazwischen existiert laut Community-Dokumentation offiziell nicht — weder per OTA noch per Werkstattbesuch.

Das bedeutet im Klartext: Mein Fahrzeug könnte dauerhaft auf ID. Software 3.7 feststecken. Nicht weil die Hardware es nicht hergibt. Nicht weil es technisch unmöglich wäre. Sondern weil VW schlicht keinen Updatepfad vorgesehen hat — und das nirgendwo kommuniziert. Dass ID. Software 6 für Bestandskunden grundsätzlich nicht verfügbar sein wird, haben wir bereits dokumentiert. Dass aber auch der Weg von 3.x auf 5.x versperrt zu sein scheint, ist eine neue Dimension.

Dabei wäre Transparenz das Mindeste. Zum Vergleich: Ein ID. Buzz-Fahrer rief den VW-Kundendienst an und fragte schlicht nach den Änderungen in Softwareversion 5.2.1. Die Antwort des Mitarbeiters: „Das darf ich Ihnen nicht sagen.“ Das ist so absurd, dass es schon fast komisch wäre — wenn es nicht so symptomatisch für den Umgang des Konzerns mit seinen Kunden wäre.

Was das mit dem Versprechen zu tun hat

Wer einen ID.3 kauft — ob neu oder als Gebrauchtwagen — tut das mit einem klaren Versprechen im Gepäck. Auf der VW-Website steht noch heute: „Regelmäßige Over-the-Air-Updates halten Ihr Fahrzeug technisch auf dem aktuellen Stand. Gleichzeitig werden neue Funktionen freigeschaltet oder bestehende Funktionen optimiert.“ VW-Entwicklungschef Thomas Ulbrich hat 2021 versprochen, das Auto werde sich „ständig selbst evolutionieren“. Updates alle zwölf Wochen waren angekündigt.

Ich habe diese Versprechen nicht erfunden — und ich bin auch nicht naiv genug gewesen, ewige Updates zu erwarten. Was ich erwartet habe und warum das legitim ist, habe ich bereits ausführlich dargelegt. Die Realität sieht so aus: Viele Fahrer warten über ein Jahr auf Updates, die längst verfügbar waren. Wer auf 3.x feststeckt, hat offenbar überhaupt keinen Updatepfad mehr. Und die Antwort des Unternehmens auf direkte Fragen dazu lautet — ob telefonisch oder per E-Mail: Schweigen oder „Das darf ich Ihnen nicht sagen.“

Das ist kein Serviceproblem. Das ist ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Was jetzt passiert

Ich werde weiter berichten. Wenn VW antwortet, werde ich die Antwort veröffentlichen — vollständig und kommentiert. Wenn VW nicht antwortet, werde ich auch das dokumentieren.

Ich bin Redakteur bei Gamefinity und gleichzeitig Kunde. Beides verpflichtet mich dazu, Dinge beim Namen zu nennen. Und der Name für das, was hier passiert, lautet: Ein großer, namhafter deutscher Automobilhersteller verkauft vernetzte Fahrzeuge mit expliziten Software-Versprechen, verweigert seinen Kunden grundlegende Transparenz — und beantwortet nach sechzehn Tagen nicht einmal eine höfliche E-Mail.

Volkswagen, ich warte noch. Aber meine Geduld ist aufgebraucht.

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Ein Kommentar

  1. Die Software 5.x benötigt leider komplett andere Infotainment Hardware und da VW auf Bestandskunden S****** und weder ein kostenpflichtiges Hardware Update anbietet noch neue Funktionen für die SW 3.x entwickelt gibt es leider keine Möglichkeit eine neuere Software auf Fahrzeugen mit dem ersten Infotainment zu installieren da kommen seit Jahren nur noch Sicherheitsupdates und eventuell kleinere Fehlerkorrekturen.

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