IMG 5905 820x410 jpeg

Hasbro streicht mehrere Videospiel-Projekte – 56 Millionen Dollar Abschreibung im Quartalsbericht

Hasbro hat im zweiten Quartal 2026 eine sogenannte „Non-Cash Impairment“ in Höhe von 56 Millionen US-Dollar verbucht. Grund dafür ist die Streichung mehrerer Videospiele, die ursprünglich für einen Release „2028 und später“ geplant waren. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht des Unternehmens hervor. Eine solche Abschreibung bezeichnet eine Wertminderung eines Vermögenswerts gegenüber dem Buchwert, unabhängig von der regulären Abschreibung.

Der Rückzug markiert einen Bruch mit der Strategie der vergangenen Jahre. Angetrieben vom Erfolg von Baldur’s Gate 3 unterhielt Hasbro 2022 noch ein halbes Dutzend Spielestudios mit unterschiedlichen Projekten. 2024 bezifferte Dan Ayoub, verantwortlich für die digitale Produktentwicklung bei der Hasbro-Tochter Wizards of the Coast, den Umfang der laufenden Entwicklungen auf über eine Milliarde Dollar und bezeichnete Videospiele als zentralen Baustein der Unternehmensstrategie für die kommenden hundert Jahre.

Seitdem lief es nicht mehr reibungslos: Ein 2021 angekündigtes, aufwendig produziertes GI-Joe-Spiel steckt Berichten zufolge in Schwierigkeiten. Die Zusammenarbeit mit Stig Asmussens Studio Giant Skull an einem neuen D&D-Titel wurde bereits Anfang des Jahres beendet (mehr dazu hier). Und drei Jahre nach dem 1.0-Release von Baldur’s Gate 3 gibt es noch immer keine Ankündigung eines Nachfolgers.

Welche konkreten Projekte zu der Abschreibung geführt haben, nannte Hasbro nicht. Das Mass-Effect-ähnliche Projekt Exodus soll weiterlaufen, der Status des GI-Joe-Spiels bleibt unklar.

Hasbro-CEO Chris Cocks erklärte in einer Investoren-Konferenz, man habe die Investitionen auf jene Marken konzentriert, bei denen Hasbro „die klarsten Erfolgsaussichten“ sehe. Im Fokus stünden künftig vor allem Sammelkartenspiele und Rollenspiele – Bereiche, in denen das Unternehmen mit Magic: The Gathering und Baldur’s Gate 3 bereits Erfolge vorweisen kann. 2026 soll laut Cocks das bisherige Investitionshoch für digitale Projekte markieren, getragen von Exodus und dem Titel Warlock. Bis 2028 will Hasbro die jährlichen Ausgaben für die Spieleentwicklung um mindestens 25 Prozent senken, unter anderem durch Verlagerung der Entwicklung in kostengünstigere Regionen.

Was bedeutet das für Spieler? Wer auf eine baldige Ankündigung eines Baldur’s Gate-3-Nachfolgers gehofft hatte, dürfte enttäuscht werden – Hasbros neuer Kurs setzt eher auf Konsolidierung als auf Expansion. Damit reiht sich der Konzern in einen Trend ein, den zuletzt auch andere große Namen der Branche vorgegeben haben (etwa Xbox mit seinen Studio-Schließungen).

Quelle: PC Gamer (Andy Chalk), 21. Juli 2026

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Weil du diesen Beitrag nützlich fandest...

Teile ihn doch gerne in sozialen Netzwerken!

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Was können wir verbessern?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.