Japanische Spielestudios

Satvat: Japans Studios halten über 97 % der Mitarbeiter

Japanische Spielestudios wie Nintendo, Capcom und Konami haben laut Amir Satvat eine Mitarbeiterbindung von mehr als 97 Prozent. Das sagte Satvat, der seit 2022 den Games Industry Layoffs Tracker der ASGC betreibt, in einem Interview mit dem Magazin Edge. Eine veröffentlichte Datengrundlage für die Zahl nennen die vorliegenden Berichte nicht.

Satvats Erklärung

Für den Unterschied zu westlichen Studios führt Satvat drei Punkte an: Japanische Teams seien nach seinem Verständnis deutlich kleiner und schlanker. Die Managergehälter lägen bei zwei bis drei Millionen Dollar statt bei 30 Millionen. Außerdem seien die Unternehmen dem Live-Service-Trend und Mega-Blockbustern mit 500-köpfigen Teams nicht gefolgt.

Satvat formuliert das als seine Einschätzung, nicht als nachgewiesene Ursache. Japan sei zudem kein Idealfall: Auch dort habe es in den vergangenen Jahren Entlassungen gegeben, allerdings weit weniger als in Nordamerika und Westeuropa.

Die Zahlen zur Branche

Für 2026 rechnet Satvat weltweit mit rund 14.500 Entlassungen in der Spielebranche. Gleichzeitig würden jedes Jahr etwa 18.000 bis 25.000 Menschen neu in der Branche eingestellt. Für die Jahre 2022 bis 2026 kommt sein Tracker demnach auf etwa 57.600 gestrichene Stellen, denen ähnlich viele neue gegenüberstünden. Für Entwickler in klassischen Triple-A-Studios in Nordamerika und Westeuropa sei die Lage laut Satvat vergleichbar mit dem Videospiel-Crash von 1983.

Einordnung

Epic-Games-Chef Tim Sweeney hatte zuvor ebenfalls in Edge vor dem schlimmsten Einbruch der Branche seit den 1980er-Jahren gewarnt. Satvats Aussagen widersprechen dem nicht zwingend, denn er verortet die Krise vor allem in bestimmten Regionen und Studiotypen. Bei den Angaben handelt es sich um Schätzungen und Interviewaussagen eines einzelnen Beobachters, nicht um geprüfte Branchenstatistiken. Ob die Kombination aus kleinen Teams, moderaten Gehältern und weniger Live-Service-Projekten tatsächlich der Grund für die Stabilität ist, lässt sich aus dem Interview allein nicht ableiten.

Quelle: Interview mit Amir Satvat im Magazin Edge

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