Laut einer neuen Studie des Anti-Cheat-Unternehmens Anybrain verlieren 51 Prozent der befragten Gaming-Studios spürbar Umsatz oder Spielerzahlen durch Cheating. Grundlage ist der am 14. September 2026 veröffentlichte Bericht „The Rise of Cheating as a Service“, für den 250 Entwickler kompetitiver Online-Multiplayer-Spiele in den USA und Großbritannien befragt wurden.
69 Prozent der Studios stufen Cheating als signifikantes oder sehr signifikantes Problem ein, 76 Prozent setzen bereits irgendeine Form von Anti-Cheat-Software ein. Laut Anybrain hat sich rund um das Thema ein zunehmend professionalisiertes Ökosystem aus Cheat-Abos, Boosting-Diensten und Manipulation von Ingame-Ökonomien entwickelt – das Unternehmen beziffert den globalen Markt auf 8,5 Milliarden US-Dollar. Als Beispiel nennt der Bericht einen Fall aus dem Jahr 2021, bei dem ein einzelner Cheat-Anbieter mit einem einzigen Spiel Schätzungen zufolge 77 Millionen US-Dollar umgesetzt haben soll.
Auch technische Fortschritte spielen eine Rolle: Laut Anybrain-Mitgründer und CTO Serafim Pinto machen generative KI-Werkzeuge Cheats zunehmend leistungsfähiger und gleichzeitig leichter zugänglich. Wie Anbieter wie Valve, Riot und Activision genau mit KI-gestützten Systemen dagegenhalten, haben wir bereits in unserem Artikel zu KI im Anti-Cheat aufgeschlüsselt.
Anti-Cheat-Maßnahmen bringen laut Umfrage aber auch eigene Probleme mit sich: 55 Prozent der Studios berichten von technischen Problemen durch die eigene Anti-Cheat-Software, 31 Prozent von Fehlalarmen, die unschuldige Spieler treffen können. Am weitesten verbreitet ist client-seitiger Schutz (50 Prozent), gefolgt von KI-gestützten Systemen (48 Prozent) und Lösungen externer Anbieter (42 Prozent). 93 Prozent der Studios haben mittlerweile ein eigenes Anti-Cheat-Team, 88 Prozent wollen ihre Investitionen in den kommenden zwölf Monaten weiter erhöhen.
24 Prozent der befragten Studios setzen laut Bericht aktuell noch gar keine Anti-Cheat-Maßnahmen ein – meist, weil bislang keine passende Lösung gefunden wurde oder das Budget fehlt. Trotzdem bleiben 92 Prozent der Entwickler optimistisch, dass sich Cheating langfristig eindämmen lässt.
Für Spieler bedeutet das vor allem: Cheating ist längst kein Nischenproblem einzelner Titel mehr, sondern ein wirtschaftlicher Faktor, der auch die Anti-Cheat-Investitionen und damit die Spielerfahrung in kompetitiven Online-Titeln direkt beeinflusst.
Quelle: Anybrain-Studie „The Rise of Cheating as a Service“ (14. September 2026)


