Der VW-Konzern dominiert weiterhin den deutschen Elektroauto-Markt – auch wenn sich der Vorsprung zuletzt verkleinert hat. Im ersten Quartal 2026 kam der Konzern insgesamt auf 291.301 Neuzulassungen und einen Marktanteil von 41,6 Prozent, bei reinen Elektroautos (BEV) waren es im ersten Halbjahr 133.605 Fahrzeuge beziehungsweise 36,3 Prozent Marktanteil. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum lag der BEV-Anteil des Konzerns noch bei rund 46 Prozent.
Bei der Kernmarke VW allein lag der Marktanteil im August bei 15,2 Prozent, vor Mercedes (9,7 Prozent) und BMW (8,9 Prozent). Wachstumstreiber sind laut den Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts vor allem Tesla und chinesische Hersteller: Tesla legte im Juni um 317,6 Prozent zu, BYD um 273,7 Prozent. Chinesische Marken kamen im ersten Halbjahr zusammen auf über 38.000 BEV-Neuzulassungen – ein Plus von 68 Prozent.
Bei den einzelnen Modellen sieht das Bild differenzierter aus: Bei den reinen E-Auto-Neuzulassungen führt in mehreren Monaten 2026 nicht die Kernmarke VW, sondern die Konzerntochter Škoda mit dem Elroq, gefolgt von den VW-Modellen ID.3, ID.4 und ID.7. Erst dahinter folgen Tesla Model 3 und Model Y, die zuletzt aber deutlich zulegten.
Der Erfolg bei den Neuzulassungen fällt auf, weil er in einem gewissen Kontrast zu anhaltender Kritik an VWs Software-Versprechen steht, über die wir in den vergangenen Monaten mehrfach berichtet haben. Trotzdem entscheiden sich Käuferinnen und Käufer weiterhin mehrheitlich für die Marke, was auf das dichte Händler- und Servicenetz sowie die breite Modellpalette zurückzuführen sein dürfte.
Ob VW die Marktführerschaft angesichts des wachsenden Drucks durch Tesla und chinesische Hersteller mittelfristig halten kann, dürfte auch davon abhängen, wie sich der zuletzt angekündigte Stellenabbau im Konzern auf Entwicklung und Produktion der E-Modelle auswirkt.
Quelle: Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA), ausgewertet und zusammengefasst von ADAC, goingelectric.de und dem Center of Automotive Management (CAM).

