Steam-Bibliothek auf dem PS5-Homescreen
Hinter Playden for PS5 steht der Entwickler Leo Lobato, der seinen gleichnamigen Steam-Launcher für macOS auf die Sony-Konsole übertragen hat. Die erste öffentliche Version erschien Mitte Oktober auf GitHub. Die Spiele laufen lokal auf der PS5, ein Streaming vom PC oder eine separate Linux-Installation ist nicht nötig.
Die Anmeldung bei Steam erfolgt per QR-Code, der in der Steam-App auf dem Smartphone bestätigt wird. Anschließend lässt sich die Bibliothek durchsuchen, sortieren und herunterladen. Jedes Spiel erhält eine eigene Kachel auf dem PS5-Startbildschirm und eine abgeschottete Windows-Umgebung, sodass sich Dateien und Einstellungen nicht in die Quere kommen. Steam-Cloud-Spielstände, Controller mit Vibration sowie USB-Maus und -Tastatur werden unterstützt, der DualSense meldet sich bei Spielen als Xbox-Controller.
Wine und DXVK als technische Basis
Technisch setzt Playden auf prospero-win, eine PS5-Portierung der Kompatibilitätsschicht Wine. Direct3D 8 bis 11 wird über DXVK in Vulkan übersetzt, OpenGL über Mesa. Laut Projektseite ist die Software bislang nur auf Firmware 13.60 getestet. Als lauffähig gelten vor allem ältere Titel und Indie-Spiele wie Half-Life 2 oder Vampire Survivors, viele andere Spiele stürzen dagegen ab oder starten gar nicht. Unterstützung für GOG und Epic sowie für Spiele mit Launchern von EA, Ubisoft oder Rockstar ist erst geplant.
Entwickler warnt vor Risiken
Die Projektseite benennt mehrere Sicherheitsrisiken deutlich. So wird das Steam-Anmeldetoken unverschlüsselt auf der Konsole gespeichert und ist für jeden mit Dateizugriff lesbar. Ein Fehler könnte zudem funktionierende Cloud-Spielstände überschreiben, weshalb Nutzer wichtige Saves sichern sollten. Da laufende Spiele erweiterte Rechte auf der Konsole erhalten, rät der Entwickler, nur vertrauenswürdige Titel zu starten. Valve unterstützt inoffizielle Clients nicht, mit Valve oder Sony steht das Projekt in keiner Verbindung.
Die Homebrew-Szene rund um die PS5 ist derzeit ohnehin aktiv. Zusätzlichen Schub bekommt die Diskussion durch Sonys Ankündigung, ab Januar 2028 keine Discs für neue PlayStation-Spiele mehr zu produzieren, was Fragen rund um digitale Spielelizenzen und Spielerhalt neu befeuert.
Quelle: GitHub-Projektseite von Playden for PS5


