Die Entwicklung von TMNT: The Last Ronin hat das Studio gewechselt. Was 2023 als Projekt von Black Forest Games angekündigt wurde, liegt nun in den Händen des japanischen Studios PlatinumGames. Das bestätigte Publisher THQ Nordic nach einem neuen Trailer, der zuletzt auf dem Summer Game Fest gezeigt wurde. Die Konsequenzen reichen über den reinen Entwicklerwechsel hinaus.
Von Offenburg nach Osaka
Black Forest Games aus Offenburg hatte das Spiel noch auf seiner Website geführt – der Eintrag ist inzwischen verschwunden. In den Quartalsberichten des börsennotierten Mutterkonzerns Embracer Group tauchte das Projekt zuletzt im Februar 2025 auf. Der Grund für den Wechsel: Lizenzgeber Paramount hat die Entwicklung in die eigene Hand genommen und an PlatinumGames übergeben. Das Osaka-Studio ist bekannt für Action-Titel wie Bayonetta, Nier: Automata und Ninja Gaiden 4 – für die Kampfmechanik der Ninja Turtles kein schlechter Fit. Laut einem Unternehmenssprecher fiel die Entscheidung zum Produktionsstopp bei Black Forest Games noch vor der Fusion von Skydance und Paramount.
Für die Vermarktung zuständig ist das neu gegründete Paramount Games Studio, das künftig die Marken-Bibliothek des Konzerns für Spiele erschließen soll. Neben den Teenage Mutant Ninja Turtles sind unter anderem Star Trek, Avatar und SpongeBob als Zielmarken genannt; mittelfristig könnten Mission: Impossible, Top Gun oder Yellowstone folgen.
Was passiert mit der deutschen Förderung?
Der Entwicklerwechsel hat eine zusätzliche Dimension: The Last Ronin – intern unter dem Arbeitstitel Super Shotgun geführt – gehört mit einer genehmigten Fördersumme von 3,16 Millionen Euro zu den fünf höchstgeförderten deutschen Spieleproduktionen seit Einführung des Bundesförderprogramms. Das Geld stammt aus der deutschen Spieleförderung, die Produktionskosten zwischen 25 und 50 Prozent bezuschusst – ohne Rückzahlungspflicht, sofern die Bedingungen eingehalten werden.
Eine davon ist entscheidend: Fördergelder gibt es nur für Games made in Germany. Weil die Entwicklung nun in Japan stattfindet, entfällt die Fördergrundlage. Das zuständige Bundesforschungsministerium (BMFTR) bestätigte auf Anfrage von GamesWirtschaft, dass die Situation bekannt sei und ein „kontinuierlicher Austausch“ mit Black Forest Games stattfinde – auch über „mögliche Anpassungen am Vorhaben“. Fördergelder werden nicht vorab ausgezahlt, sondern in Tranchen über die Projektlaufzeit verteilt; nicht abgerufene Mittel entfallen. Der Bund kann zudem bereits ausgezahlte Summen anteilig oder vollständig zurückfordern.
Was bedeutet das für Black Forest Games?
Das Studio in Offenburg hatte Anfang 2024 bereits einen schmerzhaften Stellenabbau durchlebt, nach dem sich die Belegschaft auf rund 50 Mitarbeiter halbierte. Bekannt wurde Black Forest Games durch die Destroy All Humans!-Reihe und zuletzt das Gothic Remake, das sich in der ersten Woche über 500.000 Mal verkaufte. Weitere Projekte sind derzeit nicht bekannt. THQ Nordic selbst kommentiert den Wechsel nur knapp: Man bestätige, dass The Last Ronin nun von PlatinumGames entwickelt werde – mehr gebe es nicht mitzuteilen.
Ein Erscheinungstermin für TMNT: The Last Ronin steht noch nicht fest; das Projekt wurde intern zuletzt auf Juni 2028 datiert.

