Über das Wochenende ist ein rund 12 Terabyte großes Datenpaket aus Valves alter Steam2-Infrastruktur öffentlich geworden. Es enthält interne Spielversionen und Testbuilds, die zwischen 2003 und 2013 auf den damaligen Steam-Servern lagen – darunter Material von Valve selbst sowie von zahlreichen Drittanbietern.
Ausgangspunkt ist offenbar kein Hackerangriff: Nach Angaben des Steam-Datamining-Insiders Gabe Follower stammen die Daten aus einem öffentlich erreichbaren, ungesicherten Endpunkt der alten Steam2-Struktur, die Valve 2013 durch das heutige SteamPipe-System ersetzte. Genau dieser Zeitpunkt erklärt, warum das Archiv 2013 abrupt endet.
Zu den bislang auffälligsten Funden zählt eine spielbare Portal-2-Beta aus dem Jahr 2009, die sich in Teilen deutlich von der finalen Fassung unterscheidet: In den Testkammern begleiten Spieler dort alte Tonbandaufnahmen von GLaDOS statt des Roboters Wheatley. Ergänzt wird das Material durch Assets zu F-Stop, einem verworfenen Portal-2-Vorläuferkonzept mit einer Kamera-Mechanik zur Umgebungsmanipulation, sowie durch frühe Left-4-Dead-Builds aus dem Jahr 2008 samt gestrichener Sprachaufnahmen und einen frühen CS:GO-Build, der noch stark auf Counter-Strike: Source basierte.
Besondere Aufmerksamkeit erhält ein 3D-Modell der Waffe „Weaponizer“, das im Ordnersystem von Portal 2 auftaucht und seit früheren Leaks mit dem nie erschienenen Half-Life 2: Episode Three in Verbindung gebracht wird. Ob im Archiv auch ein vollständiger, spielbarer Build von Episode Three steckt, ist bislang nicht bestätigt.
Da die alte Steam2-Infrastruktur auch für Drittanbieter genutzt wurde, betrifft der Leak nicht nur Valve-Projekte: Community-Mitglieder berichten unter anderem von Depots zu Sonic 4, Dragon Age: Origins und Fallout: New Vegas. Angesichts der Datenmenge dürfte die Auswertung noch Wochen dauern. Valve selbst hat sich zu dem Vorfall bislang nicht offiziell geäußert.


