Ein weiterer prominenter PlayStation-Nutzer hat die Kontrolle über sein PSN-Konto verloren. Der Betreiber des Fan-Accounts RealRadec, dem auf X mehr als 30.000 Menschen folgen, machte die Übernahme am 3. Oktober 2026 öffentlich. Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein, bei denen der Sony-Kundensupport als mögliches Einfallstor gilt.
Sicherheitsmaßnahmen griffen offenbar nicht
Nach eigenen Angaben versuchte der Betroffene noch, das Passwort zu ändern, alle Geräte abzumelden und die Zwei-Faktor-Authentifizierung neu einzurichten. Dem Angreifer soll es trotzdem gelungen sein, die hinterlegte E-Mail-Adresse des Kontos zu ändern und es damit endgültig zu übernehmen. Wie genau der Zugriff zustande kam, ist bislang nicht geklärt. Denkbar sind abgegriffene Zugangsdaten ebenso wie eine Täuschung des Supports.
Bekanntes Muster seit Mai
Für Letzteres spricht die Vorgeschichte. Im Mai 2026 verlor Podcaster Colin Moriarty sein PSN-Konto, obwohl Zwei-Faktor-Schutz aktiv war. Laut Moriarty riefen die Täter beim Sony-Support an und wiesen sich lediglich mit seiner E-Mail-Adresse und Angaben zu älteren Käufen aus, etwa Datum und Preis eines Spiels. Anschließend posteten sie beleidigende Inhalte über sein Konto, was zu einer Sperre führte. Moriarty bekam seinen Account nach rund drei Stunden zurück, räumte aber ein, dass ihm dabei seine Kontakte zu Sony geholfen hätten. Wie so eine PSN-Sperre abläuft, haben wir separat erklärt.
Seitdem berichten weitere Nutzer von ähnlichen Fällen, darunter Trophäenjäger aus der PSNProfiles-Community. Ein Nutzer demonstrierte öffentlich, dass er allein über den Support die volle Kontrolle über das Konto seiner Schwester erlangen konnte. Eine offizielle Stellungnahme von Sony zu dem neuen Fall gibt es bislang nicht.
Was Spieler jetzt tun können
Wer sein Konto schützen will, sollte Passkeys oder Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, auch wenn das gegen Support-Tricks allein nicht hilft. Entscheidend ist, möglichst wenig Kontodaten preiszugeben: Kaufbelege, Transaktionsnummern und Screenshots aus dem Store-Verlauf gehören nicht in soziale Netzwerke, da genau solche Details Angreifern als vermeintlicher Eigentumsnachweis dienen können. Wie schnell öffentlich geteilte Informationen gegen einen verwendet werden, zeigt auch unser Artikel zu Doxing. Die eigentliche Lücke kann allerdings nur Sony schließen, etwa durch strengere Identitätsprüfungen im Support.
Quelle: X-Beitrag von RealRadec, Aussagen von Colin Moriarty
