Doom

Doom-Spiele in der Reihenfolge: Die Geschichte der Doom-Reihe von 1993 bis heute

Kaum eine Spielereihe ist so eng mit der Geschichte des PC-Spielens verbunden wie Doom. 1993 machte der Shooter von id Software den Ego-Shooter zum Massenphänomen, 2016 gelang ihm ein Neustart, der als einer der besten Reboots der Branche gilt, und 2025 erlebte die Reihe mit Doom: The Dark Ages ihren größten Launch. Dazwischen liegen Erweiterungen, Ableger, eine Horror-Neuinterpretation, zwei Kinofilme und unzählige Mods. Dieser Artikel zeigt alle Doom-Spiele in der Reihenfolge ihres Erscheinens, erklärt die Story-Chronologie und ordnet ein, warum die Reihe bis heute so prägend ist.

Doom-Spiele in der Reihenfolge des Erscheinens

Die folgende Übersicht listet die Hauptspiele und wichtigsten Erweiterungen der Reihe. Mobile Ableger wie Doom RPG oder Mighty Doom fehlen hier, sie werden weiter unten kurz eingeordnet.

Jahr Spiel Art
1993 Doom Hauptspiel
1994 Doom II: Hell on Earth Hauptspiel
1995 The Ultimate Doom / Master Levels for Doom II Neuauflage mit vierter Episode / Levelsammlung
1996 Final Doom Zwei Kampagnen von TeamTNT
1997 Doom 64 Eigenständiger Teil für Nintendo 64
2004 Doom 3 Neuinterpretation
2005 Doom 3: Resurrection of Evil Erweiterung
2012 Doom 3: BFG Edition Neuauflage mit neuer Episode
2016 Doom Neustart
2017 Doom VFR VR-Ableger
2020 Doom Eternal Hauptspiel
2020/2021 The Ancient Gods, Teil 1 und 2 Erweiterungen zu Eternal
2024 Doom + Doom II mit Legacy of Rust Neuauflage mit neuer Kampagne
2025 Doom: The Dark Ages Hauptspiel (Prequel)
2026 The Dark Ages: Revelations Erweiterung

Die Doom-Reihenfolge nach Story

Wer die Geschichte chronologisch erleben möchte, spielt die Teile nicht in der Reihenfolge ihres Erscheinens. Doom: The Dark Ages ist ein Prequel und erzählt die Vorgeschichte des Doom Slayers. Danach folgen die klassischen Spiele, Doom 64 als Brücke und schließlich die modernen Teile. Doom 3 steht außerhalb dieser Zeitlinie und erzählt eine eigenständige Version der Geschichte.

  1. Doom: The Dark Ages (inklusive Revelations)
  2. Doom (1993) und The Ultimate Doom
  3. Doom II: Hell on Earth und Final Doom
  4. Doom 64 (in der Neuauflage von 2020 mit dem Kapitel The Lost Levels)
  5. Doom (2016)
  6. Doom Eternal mit The Ancient Gods

Separat: Doom 3 mit Resurrection of Evil und The Lost Mission. Für Neueinsteiger gilt trotzdem: Die Story ist bei Doom traditionell Nebensache. Wer einfach loslegen will, kann mit Doom (2016) anfangen, ohne etwas zu verpassen.

Die Klassiker: Doom und Doom II (1993–1996)

Am 10. Dezember 1993 veröffentlichte id Software das erste Doom als Shareware: Die erste Episode „Knee-Deep in the Dead“ gab es kostenlos, die weiteren mussten gekauft werden. Der Spieler steuert einen namenlosen Marine, der auf den Marsmonden Phobos und Deimos gegen Dämonen aus der Hölle kämpft, nachdem Teleporter-Experimente schiefgegangen sind. Technisch setzte Doom neue Maßstäbe mit unterschiedlich hohen Räumen, Lichteffekten und einer flüssigen Darstellung, die auf gewöhnlichen PCs lief. Dazu kamen Mehrspieler-Partien im Netzwerk, aus denen der Begriff „Deathmatch“ stammt.

Doom II: Hell on Earth folgte im Herbst 1994, diesmal im regulären Handel. Die Invasion hat die Erde erreicht, neue Gegner wie der Arch-Vile und die doppelläufige Super Shotgun kamen dazu. 1995 erschien The Ultimate Doom mit einer vierten Episode, 1996 Final Doom mit zwei Kampagnen der Modder-Gruppe TeamTNT. Allein die ersten beiden Teile verkauften sich bis Ende der Neunziger nach Schätzungen fünf bis sechs Millionen Mal.

Mindestens genauso wichtig war, dass id die Spieldaten in separaten WAD-Dateien ablegte. Fans konnten eigene Levels bauen und das Spiel komplett umgestalten. Daraus entstand eine Szene, die bis heute aktiv ist. Mehr dazu erklären unsere Artikel zu Modding und Total Conversions. Dass Doom inzwischen auf Taschenrechnern, Druckern und sogar auf dem Display eines Schwangerschaftstests lief, ist eine direkte Folge des offenen Quellcodes. Die Frage „Can it run Doom?“ ist längst ein Internet-Klassiker.

Doom 64: Der vergessene Teil (1997)

Doom 64 erschien 1997 exklusiv für das Nintendo 64 und wurde von Midway unter Aufsicht von id Software entwickelt. Anders als viele Konsolenfassungen war es kein Port, sondern ein eigenständiges Spiel mit neuen Levels, überarbeiteten Gegnern und einem düsteren, ambienten Soundtrack. Lange galt Doom 64 als Geheimtipp. Erst die Neuauflage von 2020 machte es einem breiten Publikum zugänglich und fügte mit The Lost Levels ein Kapitel hinzu, das die klassische Zeitlinie mit dem Neustart von 2016 verbindet.

Doom 3: Horror statt Tempo (2004)

Mit Doom 3 wagte id 2004 einen radikalen Kurswechsel. Statt Hochgeschwindigkeits-Action gab es dunkle Korridore, Sprachaufnahmen, Zwischensequenzen und Schockmomente. Die Engine id Tech 4 beeindruckte mit dynamischen Schatten, zwang die Spieler aber auch zur Entscheidung zwischen Waffe und Taschenlampe, was viele störte. Doom 3 war kommerziell erfolgreich, mehr als 3,5 Millionen Exemplare wurden bis 2007 verkauft, spaltete aber die Fans. Die Erweiterung Resurrection of Evil folgte 2005, 2012 kam die BFG Edition mit der zusätzlichen Episode The Lost Mission und der Möglichkeit, die Taschenlampe an der Waffe zu befestigen. Wie sich das Spiel im Genre einordnet, zeigt unser Artikel zum Horror-Genre.

Doom (2016): Der Neustart

Nach Jahren der Entwicklungsprobleme, in denen ein bereits weit fortgeschrittenes „Doom 4“ verworfen wurde, erschien am 13. Mai 2016 schlicht Doom. Der Reboot besann sich auf die Stärken des Originals: hohes Tempo, verschachtelte Levels mit Geheimnissen und Kämpfe, in denen Stillstand tödlich ist. Neu waren die „Glory Kills“: Angeschlagene Gegner lassen sich mit brutalen Nahkampf-Finishern erledigen und geben dafür Lebensenergie. Der Industrial-Metal-Soundtrack von Mick Gordon wurde selbst zum Markenzeichen. Mehr zur Rolle solcher Soundtracks steht in unserem Artikel zur Spielemusik.

Der Held heißt nun offiziell Doom Slayer. Die Geschichte erzählt, dass er in einem Sarkophag auf dem Mars erwacht, wo die Union Aerospace Corporation die Energie der Hölle anzapft. 2017 folgte mit Doom VFR ein Ableger für VR-Brillen.

Doom Eternal: Mehr von allem (2020)

Doom Eternal erschien am 20. März 2020 und steigerte alles, was den Vorgänger ausmachte. Die Kämpfe wurden noch schneller und taktischer: Munition gibt es über die Kettensäge, Rüstung über den Flammenwerfer, Lebensenergie über Glory Kills. Spieler müssen permanent zwischen Waffen und Ressourcen wechseln. Dazu kamen Sprungpassagen und eine deutlich ausgebaute Geschichte über die Herkunft des Doom Slayers. Kommerziell wurde Eternal zum Erfolg und soll im ersten Jahr rund 450 Millionen US-Dollar eingespielt haben. Die Erweiterungen The Ancient Gods Teil 1 und 2 schlossen die Handlung 2020 und 2021 ab.

Doom: The Dark Ages: Die Vorgeschichte (2025)

Am 15. Mai 2025 erschien Doom: The Dark Ages auf Basis der neuen Engine id Tech 8. Das Prequel spielt in einer mittelalterlich angehauchten Welt und zeigt den Doom Slayer als gefürchtete Waffe der Götter im Krieg gegen die Hölle. Spielerisch setzt es auf einen bewussten Gegenentwurf zu Eternal: Statt akrobatischer Sprünge stehen wuchtige Kämpfe am Boden im Mittelpunkt. Neu sind ein Schild mit Kettensäge, mit dem sich Angriffe parieren und zurückwerfen lassen, sowie Abschnitte auf einem mechanischen Drachen und in einem riesigen Mech.

The Dark Ages erreichte in der ersten Woche drei Millionen Spieler, auch weil es von Beginn an im Game Pass verfügbar war. Laut id war es der größte Start der Studiogeschichte. Die Wertungen lagen bei Metacritic zwischen 83 und 85 Punkten. Am 7. Juli 2026 erschien die Erweiterung Revelations mit einer neuen Speer-Waffe und einer rund zwölfstündigen Kampagne.

Doomguy und Doom Slayer: Wer ist der Held?

In den klassischen Spielen ist der Protagonist ein namenloser Marine, den Fans „Doomguy“ nennen. In den Romanen der Neunziger heißt er Flynn Taggart. Seit 2016 lautet sein offizieller Titel Doom Slayer. Doom Eternal und Doom 64 in der Neuauflage stellen klar, dass es sich um dieselbe Figur handelt. Der Marine der Klassiker wird durch seine Kämpfe zu jener Legende, die in den modernen Spielen gefürchtet wird. Dass er fast nie spricht, gehört zum Konzept: Der Slayer handelt, statt zu reden.

Neuauflagen, Ableger und Verfilmungen

Gemeinsam mit Nightdive Studios hat id die Klassiker mehrfach neu aufgelegt. Nach Doom 64 (2020) erschien im August 2024 Doom + Doom II mit Mehrspieler-Modus, Mod-Unterstützung und der neuen Kampagne Legacy of Rust. Worin sich solche Neuauflagen von Remakes unterscheiden, erklärt unser Artikel Remaster vs. Remake. Auf Mobilgeräten gab es unter anderem Doom RPG (2005), Doom Resurrection (2009) und Mighty Doom, dessen Server im August 2024 abgeschaltet wurden.

Auch Hollywood versuchte sich an der Marke. Der Kinofilm Doom (2005) mit Karl Urban und Dwayne Johnson orientierte sich eher an Doom 3 und fiel bei der Kritik durch, legendär ist vor allem eine Sequenz in Ego-Perspektive. 2019 folgte der Direct-to-Video-Film Doom: Annihilation.

Doom in Deutschland: 17 Jahre auf dem Index

In Deutschland hatte es Doom lange schwer. Doom wurde im Mai 1994 indiziert, Doom II im Dezember 1994. Erst im August 2011 strich die Bundesprüfstelle beide Spiele nach einem Antrag des Rechteinhabers von der Liste. Die Mehrheit des Gremiums erkannte dabei ausdrücklich den historischen Wert von Doom als Wegbereiter des Genres an. Die US-Fassung von Doom II blieb noch bis Dezember 2019 indiziert, weil sie zwei Geheimlevel mit Inhalten aus dem damals beschlagnahmten Wolfenstein 3D enthielt. Doom 3 erschien dagegen ungeschnitten mit dem USK-Kennzeichen „Keine Jugendfreigabe“, nur die Erweiterung Resurrection of Evil stand von 2005 bis 2019 auf dem Index. Die modernen Teile sind regulär ab 18 Jahren im Handel. Die ganze Geschichte der deutschen Indizierungen erzählt unsere Übersicht der indizierten Spiele, die Verbindung zu Wolfenstein unsere Geschichte der Wolfenstein-Reihe.

Häufig gestellte Fragen zur Doom-Reihe

In welcher Reihenfolge sollte man die Doom-Spiele spielen?

Nach Erscheinen: Doom, Doom II, Final Doom, Doom 64, Doom 3, Doom (2016), Doom Eternal, Doom: The Dark Ages. Nach Story steht The Dark Ages am Anfang, gefolgt von den Klassikern, Doom 64, Doom (2016) und Doom Eternal. Doom 3 bildet eine eigene Zeitlinie.

Wie viele Doom-Spiele gibt es?

Zur Hauptreihe zählen acht Spiele: Doom, Doom II, Final Doom, Doom 64, Doom 3, Doom (2016), Doom Eternal und Doom: The Dark Ages. Dazu kommen Erweiterungen, Neuauflagen sowie VR- und Mobil-Ableger.

Ist Doom: The Dark Ages ein Prequel?

Ja. The Dark Ages spielt vor Doom (2016) und erzählt, wie der Doom Slayer zur gefürchteten Legende wurde. Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Ist der Doom Slayer derselbe wie der Doomguy?

Ja. Doom Eternal und die Neuauflage von Doom 64 stellen klar, dass der namenlose Marine der Klassiker und der Doom Slayer der modernen Spiele dieselbe Figur sind.

Gehört Doom 3 zur Hauptgeschichte?

Nein. Doom 3 erzählt eine eigenständige Neuinterpretation der Ereignisse auf dem Mars und ist nicht mit der Zeitlinie der Klassiker und der modernen Teile verbunden.

Ist Doom in Deutschland noch indiziert?

Nein. Doom und Doom II wurden 2011 vom Index gestrichen, die letzte Fassung, die US-Version von Doom II, im Dezember 2019. Alle aktuellen Doom-Spiele sind regulär ab 18 Jahren erhältlich.

Fazit

Doom hat den Ego-Shooter nicht erfunden, aber kaum ein anderes Spiel hat ihn so geprägt. Selbst Valve setzte für Half-Life auf Technik aus dem Hause id: Die GoldSrc-Engine entstand aus der Quake-Engine. Die Reihe hat seit 1993 mehrfach ihr Gesicht verändert, vom Shareware-Phänomen über das Horror-Experiment Doom 3 bis zum Tempo-Rausch von Eternal und den wuchtigen Kämpfen in The Dark Ages. Geblieben ist der Kern: ein wortkarger Held, eine Hölle voller Dämonen und ein Spielgefühl, das auf Bewegung und Aggression setzt. Wer einsteigen will, beginnt am besten mit Doom (2016) und arbeitet sich von dort aus vor oder zurück.

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