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Wolverine: Mehr als jede zweite Kopie in Europa auf Disc

Die Disc ist bei PlayStation-Spielern noch lange nicht abgeschrieben. Nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmens Ampere Analysis entfielen rund 35 Prozent der weltweiten Verkäufe von Marvel's Wolverine auf die physische Fassung. In Europa lag der Anteil laut den Handelsdaten von GSD sogar bei 51 Prozent. Mehr als jedes zweite Exemplar ging hier also als Disc über die Ladentheke. Die Zahlen hat der Branchen-Newsletter The Game Business veröffentlicht.

Auch andere Neuerscheinungen verkaufen sich stark auf Disc

Wolverine ist kein Einzelfall. Für Silent Hill: Townfall schätzt Ampere den physischen Anteil auf über 45 Prozent. The Blood of Dawnwalker kommt auf der PS5 auf 36 Prozent, Capcoms Onimusha: Way of the Sword auf rund 30 Prozent. Es handelt sich um Schätzungen auf Basis von Marktdaten, offizielle Verkaufszahlen zu Wolverine hat Sony bislang nicht genannt.

Innerhalb Europas fallen die Unterschiede groß aus. In Großbritannien wurden rund zwei Drittel der Wolverine-Exemplare digital gekauft, in Frankreich dagegen mehr als zwei Drittel als Disc. Je nach Land, Internetanbindung und Handelsstruktur kaufen Spieler also sehr unterschiedlich ein.

Deutschland bleibt ein Disc-Land

Auch hierzulande sind Datenträger bei Konsolenspielern die Regel. Laut Jahresreport des Branchenverbands game wurden 2025 nur 42 Prozent der Konsolenspiele in Deutschland als Download gekauft. Bemerkenswert: Der Anteil sank im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozentpunkte, die Disc hat also eher wieder zugelegt. Beim PC liegt die Download-Quote dagegen bei 99 Prozent.

Nachfrage da, Disc-Ende trotzdem beschlossen

Brisant sind die Zahlen vor allem wegen Sonys Entscheidung vom Juli: Ab Januar 2028 sollen keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf Disc erscheinen. Sony begründete das im PlayStation Blog mit veränderten Kaufgewohnheiten, die Mehrheit der Community bevorzuge digitale Versionen. Die aktuellen Daten zeichnen zumindest für Europa ein anderes Bild.

Ob die Ankündigung die Nachfrage zusätzlich anheizt, weil Sammler sich die letzten Disc-Fassungen sichern wollen, lässt sich aus den Zahlen nicht ablesen. Der deutsche Trend aus 2025 zeigt aber, dass das Interesse an physischen Spielen schon vor der Ankündigung da war. Branchenanalyst Joost van Dreunen verweist auf das Bedürfnis vieler Spieler, Dinge zu sammeln. Hinzu kommen Weiterverkauf, Verleihen und die Frage, was ein Kauf überhaupt wert ist: Wer nur eine digitale Spielelizenz erwirbt, besitzt das Spiel nicht im klassischen Sinn. Eine Reaktion von Sony auf die neuen Zahlen gibt es bislang nicht.

Quelle: The Game Business (Daten von Ampere Analysis und GSD), game – Verband der deutschen Games-Branche, PlayStation Blog

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